Von Torsten Richter-Zippack

Die Landesstraße L 60 zwischen Lauchhammer-Ost und dem Abzweig nach Kleinleipisch ist seit Mitte April komplett gesperrt. Der 3,4 Kilometer lange Abschnitt hat sich in  eine Großbaustelle verwandelt. Zunächst erfolgt der Abbau der Flutungsleitung zum Bergheider See, informiert Frank Sauer, Projektmanager bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die 16.3 Kilometer lange Trasse war im September 2001 in Betrieb gegangen. Dadurch konnte der Bergheider See mit Wasser aus der Schwarzen Elster gefüllt werden. Das Restloch des Tagebaus Klettwitz-Nord war im Mai 2014 fertig geflutet.

Um die Flutungsleitung abzubauen, müssen über 26 000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden, informiert Frank Sauer. Darüber hinaus erfolgt der Rückbau von sechs Betonfundamenten, die bis in eine Tiefe von 4,5 Metern reichen. Zudem verschwinden drei Schächte sowie mehrere Kilometer Rohre. Letztendlich muss der entstandene Graben mit über 30 000 Kubikmeter Boden wieder verfüllt werden.

Im gleichen Atemzug ist die alte Trasse der L 60 zwischen den Abzweigen Lauchhammer-Ost und Kleinleipisch Geschichte. Eine Herausforderung bildet die Entsorgung von 6000 Tonnen hochkontaminierten Asphalts. Das kohlenteerhaltige Substrat war zu DDR-Zeiten in die Fahrbahn eingebaut worden. Es wird jetzt in speziellen Anlagen verwertet.

Darüber hinaus erfolgt der komplette Neuaufbau der Trasse inklusive eines Sicherungspolsters. Der Grund: Die Straße führt durchweg über Kippenland. Das Polster besteht aus rund 60 Zentimeter Frostschutzmaterial, einem darunter liegenden Geogitter sowie einer acht Zentimeter starken Sauberkeitsschicht, teilt Frank Sauer mit.

Der eigentliche Straßenoberbau beinhaltet unter anderem die Herstellung von 24 000 Quadratmetern Asphaltfahrbahn, 2000 Quadratmetern Schotterrasenbankett sowie 2800 Metern Rasenmulde. Des Weiteren werden auf einer Gesamtlänge von 11,3 Kilometern Fahrbahnmarkierungen aufgetragen.

Die Arbeiten an der L 60 sollten ursprünglich erst am 2. Mai beginnen. Durch glückliche Umstände konnte die Baufirma bereits mehrere Wochen vorher beginnen. Vollendet sein soll dieser Straßenabschnitt bis zum Jahresende 2019. Frank Sauer bezeichnet dieses Ziel als „sehr sportlich“. Die Umleitung führt indes von Schipkau/Kostebrau über Lauchhammer-Ost, Lauchhammer-Mitte und Kleinleipisch zurück zur L 60.

Mit der Fertigstellung des knapp dreieinhalb Kilometer langen Abschnitts ist die L 60 im Tagebaugebiet zwischen Schipkau und Lichterfeld fast komplett neu gebaut worden. Es fehlt dann lediglich noch ein Abschnitt auf gewachsenem Boden südlich von Lichterfeld. Die Landesstraße führt von der Abfahrt Hörlitz an der Senftenberger Ortsumfahrung (B 169) über Lauchhammer, Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Falkenberg weiter zur sächsischen Landesgrenze.

Perspektivisch soll auch die Zufahrt von der L 60 nach Kleinleipisch (Lichterfelder Straße) saniert werden. Allerdings muss LMBV-Angaben zufolge noch geklärt werden, wer der spätere Eigentümer dieser Trasse werde. Zur Auswahl stehen die Stadt Lauchhammer und der OSL-Kreis.