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| 01:06 Uhr

KWG im Clinch mit Vermieter

Schipkau.. Roland Strahl aus Schip kau hält eine anstehende Mieterhöhung der Kommunalen Wohnungsgesellschaft (KWG) für eine Zumutung. Mietpreis und Wohnqualität stünden in keinem Verhältnis. Für KWG-Sprecher Ralf Weide ist der Vorwurf aus der Luft gegriffen. Von Daniel Preikschat

Nicht nur er selbst, viele KWG-Mieter in Schipkau hätten sich über den Mietaufschlag empört. Denn er entbehre „jeglicher Grundlage marktwirtschaftlicher Prinzipien“ in einer Stadt mit gut 38 Prozent Leerstand und 26 Prozent Arbeitslosigkeit. In seinem Brief - Roland Strahl hat ihn an mehrere Medien adressiert - schimpft der Verfasser über die Ausstattung der Wohnungen - über ungeflieste Bäder und schlauchenge Küchen, über alte Türen, ein undichtes Dach und Keller, die regelmäßig unter Wasser stehen würden. In Schip kau spreche man bereits über die „Horror-Mieten der KWG“ .
Roland Strahl versteht außerdem nicht, warum die Wohnungsgesellschaft mit Fördermitteln rekonstruierte Wohnblocks abreißen will. Das erinnere an Zeiten, in denen man „Getreide und Kaffee ins Meer goss, um die Preise hochzuhalten.“ Ralf Weide von der KWG nimmt den Brief gelassen: „Das ist eine Ausnahme.“ Von über 180 betroffenen Mietern seien nur von zwei Klagen laut geworden. Und die hält er für unberechtigt. Die Mieten bewegten sich selbst nach der Erhöhung - auf 4,60 Euro pro Quadratmeter - unter dem Niveau anderer Vermieter in der Region. Das habe eine Marktanalyse ergeben, in der Lage und Ausstattung der Wohnungen berücksichtigt wurden. In den letzten acht Jahren sei an den Mieten nicht gerüttelt worden. Der Wohnblock, in dem Familie Strahl wohnt, sei 1994 saniert worden: Wärmedämmung, neue Fenster und Türen wurden eingebaut, außerdem von Ofen- auf Fernheizung umgestellt.
Es könne weiter keine Rede davon sein, dass die KWG mit Fördermitteln sanierte Objekte abreißen will, wie KWG-Geschäftsführer Matthias Braunwarth Roland Strahl in einem Brief mitgeteilt hat. Allerdings müssten in Schipkau Wohnungen vom Markt genommen werden, eben weil die wirtschaftliche Lage schlecht und der Leerstand hoch sei. Den Abriss spreche die KWG in Schipkau derzeit mit der Kommune und mit anderen Wohnungsunternehmen ab.