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| 02:47 Uhr

Kummerkasten für Straßen-Sorgen in Senftenberg

Die Senftenberger nutzen das Vorschlagsrecht für den Bürgerhaushalt auch, um den Finger auf die Wunde zu legen. Der schlechte Zustand der Schulstraße ist ein Dauerbrenner. Die Ausbauplanung soll 2018 beginnen. Auf eine Million Euro werden die Kosten im Rathaus geschätzt.
Die Senftenberger nutzen das Vorschlagsrecht für den Bürgerhaushalt auch, um den Finger auf die Wunde zu legen. Der schlechte Zustand der Schulstraße ist ein Dauerbrenner. Die Ausbauplanung soll 2018 beginnen. Auf eine Million Euro werden die Kosten im Rathaus geschätzt. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Die Verkehrswege im Senftenberger Stadtgebiet bewegen die Bürger stark. Auf der neuen Wunschliste für die begrenzten Mittel aus den Stadtteilfonds des Bürgerhaushaltes nehmen sie erneut den Spitzenplatz ein. Kathleen Weser

Aus dem Rathaus kommt hier und da Entwarnung - allerdings außerhalb der kleinen Budgets. Vielfach aber sind sehr große Brocken zu stemmen.

Für die Schulkinder der Regenbogen-Grundschule springt ein Antragsteller in die Bresche. Das Problem: Vom Fußgängerüberweg der Pieckstraße in Richtung Johannes-R.-Becher-Straße laufen die Mädchen und Jungen zum Unterricht und zum Hort. Auf dem Gehweg bilden sich bei Regenwetter große Pfützen. Der erste Abschnitt ist im Jahr 2015 bereits erneuert worden, antwortet das Fachamt der Stadtverwaltung. Notwendige Reparaturen werden geprüft und, so erforderlich, aus dem laufenden Stadtetat bestritten.

Bürgersteige sind an der Kormoranstraße erbeten, damit ältere Bürger mit Rollator besser zur Begegnungsstätte kommen können. Die Kormoranstraße ist beidseitig mit Gehwegen ausgestattet. Auch die Fußwege sind von der Seeadlerstraße über die Hanseatenstraße bereits erneuert worden. Den Ausbau der Trampelpfade, die über Privatgrundstücke führen, lehnt die Verwaltung ab. Die Kosten lägen bei 17 000 Euro.

Die Zufahrtswege zwischen den Garagenreihen im Komplex an der Albert-Schweitzer-Straße sind "in einem fürchterlichen Zustand", wird beklagt. Die Schlaglöcher nehmen an Zahl und Größe zu. "Diese Zufahrten sollten dringend in Ordnung gebracht werden. Denn in der heutigen Zeit mit ständig steigender Kriminalität ist man als Autobesitzer froh, eine Garage zu haben", erklärt der Einreicher. Das Fachamt im Rathaus macht wenig Hoffnung. Die Zufahrten zu den einzelnen Garagenkomplexen im Stadtgebiet werden demnach nach Priorität ausgebessert. Ein grundhafter Ausbau mit einer Regenentwässerung sei gegenwärtig nicht geplant. Das müsste die Ratsrunde in den Haushalt aufnehmen. Die Kosten sind derzeit nicht zu beziffern, dürften aber erheblich sein. Der Komplex werde in Augenschein genommen und das Auffüllen des Belages geprüft.

Zudem auf der Wunschliste: An der Briesker Straße sollten zwischen August-Bebel-Straße und Kaufland in Abständen einige Sitzbänke aufgestellt werden. Senioren legten diesen Weg zu Fuß zurück, da hier keine Stadtlinie verkehre. Die Kräfte betagter Mitbürger aber ließen das nicht zu.

Die Briesker Straße ist nach Auffassung des Fachamtes "durch Fußgänger nicht hoch frequentiert". Ein Aufstellen von Bänken sei deshalb nicht gerechtfertigt. Hauptsächlich werde der getrennte Fuß- und Radweg von Radfahrern genutzt. Bänke seien hier wegen der Nähe zur Fahrbahn unattraktiv und lösten auch Gefahr aus. Bänke stünden an den Bushaltestellen für ein kurzes Verweilen bereit. Zudem könnten die Senioren hier den Regionalverkehr zum Stadtverkehrstarif nutzen.

Abhilfe soll in Hosena an der ungenügend ausgeleuchteten Schwarzbacher Straße, die auch keine Gehwege habe, geschaffen werden - so ein Vorschlag.

810 Meter Landesstraße erfordern mindestens 16 Lichtpunkte. 48 000 Euro hoch wäre der Investitionsbedarf, rechnet das Fachamt vor. Der Neubau eines einseitigen Fußweges mit Niederschlagsentwässerung schlage kräftig ins Kontor. Die Grundstücksanlieger müssten Straßenausbaubeiträge dafür zahlen. Die auf 618 000 Euro geschätzten Gesamtkosten machen den Wunsch sehr teuer.

Stadtgrün an der Senftenberger Ritterstraße an der Kreuzung zur Rathausstraße steht auf der Wunschliste. Ein Strauch friste hier ein bedauerliches Dasein. Ein Baum und weitere Sträucher täten dem Stadtbild gut.

Doch die verfügbare Fläche ist dafür nicht groß genug, stellen die Experten im Rathaus fest. Der Verlauf der Regenentwässerung erlaube dies auch nicht. Ergänzende Sträucher indes seien möglich und bezahlbar.

Zum Thema:
In finanziellen Rahmen von 30 000 Euro im Jahr 2017, die auf Basis der Einwohnerzahlen aus dem Stadtteilfonds des Bürgerhaushaltes anteilig in drei Stadt- und sechs Ortsteile fließen, können die Senftenberger Vorschläge für ihr Wohnumfeld unterbreiten. Die Vorschlagsphase für den neuen Bürgerhaushalt hat im Januar geendet. Die Fachämter im Rathaus prüfen die Ideen grundsätzlich auf die Machbarkeit und stellt die Ergebnisse in den Stadtteilforen vor. Voraussichtlich Ende März soll entschieden werden, wie die Gelder eingesetzt werden.