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| 01:47 Uhr

Kummer wird nicht Ehrenbürger

Lauchhammer. Der 1987 verstorbene Künstler Heinz-Karl Kummer wird nicht Ehrenbürger in Lauchhammer. Nach kontroversen Diskussionen haben sich die Abgeordneten in der erstmals aufgelegten Ehrungssatzung mehrheitlich dafür entschieden, keine Person nach ihrem Tode in dieser Form zu würdigen. Manfred Feller

Die Fraktion Die Linke/Lauchhammer PUR hatte in die letzte öffentliche Sitzungsrunde 2010 eine Beschlussvorlage eingereicht, wonach dem 1920 in Bernsdorf (Oberlausitz) geborenen Maler und Grafiker die Ehrenbürgerwürde der Stadt Lauchhammer verliehen werden sollte. Kummer hatte ab 1954 in Lauchhammer gewirkt. Das Papier wurde in die nächste Beratungsrunde verwiesen. Die CDU-Fraktion gab damals an, dass die Abgeordneten zu wenig Zeit hatten, sich mit dem Leben und Werk Kummers zu beschäftigen. Im Frühjahr verdichtete sich dann die Ansicht, dass für die Stadt zuerst eine Ehrungssatzung beschlossen werden sollte, in der die Formen der Ehrungen und die Kriterien festgelegt werden, die für alle in Zukunft vorgeschlagenen Personen gelten sollten.

Dies ist nun in der in dieser Woche beendeten dritten Sitzungsrunde zu dem Thema geschehen. Die CDU hatte sich bereits zuvor im Hauptausschuss damit mehrheitlich durchgesetzt, den Passus, die Ehrenbürgerschaft posthum zu verleihen, zu streichen. Die entsprechende Satzung ist jetzt so beschlossen. Die Linken haben erwartungsgemäß dagegen gestimmt.

Zuvor hatte Reiner Paßkönig (Linke) kritisiert, dass die Beschlussvorlage in allen Fachausschüssen hätte behandelt werden müssen. Sein Antrag, das Papier in die nunmehr vierte Sitzungsrunde zu schieben, wurde abgelehnt. Paßkönigs Fraktion versteht die Welt nicht mehr. Beim Papst seien Posthum-Heiligsprechungen kein Problem, aber insbesondere für die CDU die Posthum-Ehrenbürgerwürde in Lauchhammer. Vermutet wird, dass der Künstler Kummer vielen zu systemnah gewesen ist.

Die Kommunalverfassung in Brandenburg erlaubt die Posthum-Ehre. Dies sei nach Auskunft des Rechtsamtes in Lauchhammer jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Selbst, wenn das Verleihen der Ehrenbürgerschaft nach dem Tod einer Person möglich ist, würden nicht alle Brandenburger Kommunen, die eine entsprechende Satzung haben, dies auch für sich so festschreiben.

Lauchhammer hat zwei Ehrenbürger: 1993 erhielt diese Ehre der Heimatforscher Rudolf Armer und 1999 der Naturschützer Werner Blaschke.