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Kulturfrühstück schmeckt Amateuren und Profis

Beim Kulturfrühstück im Wasserschloss im Gespräch: Prof. Bernhard Glück von der BTU, Musikschul-Chef Uli Stein, die kulturpolitische Sprecherin Ulrike Liedtke, Opernsänger Michael Zumpe, Kroppens Dorftheater-Chefin Angelika Höhnel und Landtagsabgeordnete Gabi Theiss (v.l.)
Beim Kulturfrühstück im Wasserschloss im Gespräch: Prof. Bernhard Glück von der BTU, Musikschul-Chef Uli Stein, die kulturpolitische Sprecherin Ulrike Liedtke, Opernsänger Michael Zumpe, Kroppens Dorftheater-Chefin Angelika Höhnel und Landtagsabgeordnete Gabi Theiss (v.l.) FOTO: Rasche/str1
Grosskmehlen. Als bedeutendes Kulturdenkmal Brandenburgs ist das Renaissance-Wasserschloss in Großkmehlen auf dem besten Wege hin zum Kulturschloss. Alles, was in der Kulturszene aus dem Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Rang und Namen hat, ist am Donnerstag der gemeinsamen Einladung der kulturpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Andrea Budich

Ulrike Liedtke, und der SPD-Landtagsabgeordneten Gabi Theiss, zum Kulturfrühstück ins Wasserschloss gefolgt. Damit wurde das Schloss zur Meinungs- und Informationsbörse zu aktuellen Themen lokaler Kultur und Kulturpolitik. Zu hören, was besser gemacht werden kann und wo Probleme den Kulturleuten das Leben schwer machen, stand im Fokus des breiten Diskurses über die Kultur im Landkreis. "Vielleicht braucht es einen Landtagsbeschluss, damit Steine aus dem Weg geräumt werden können", forderte Dr. Liedtke die Anwesenden auf, mit Problemen nicht hinter dem Berg zu halten.

Das Ambiente für das erste Kulturfrühstück hätte indes nicht passender sein können. Gefrühstückt und diskutiert wurde im liebevoll sanierten Lingenthal-Zimmer im Erdgeschoss des Schlosses. Der Fußboden ist ein Original aus der Lingenthal-Zeit. Das verrät Großkmehlens ehrenamtlicher Bürgermeister Gerd Müller-Hagen. Die Sanierung des Schlosses geht zum Monatsende weiter. Dann wird das Erdgeschoss weiter ausgebaut. Dazu gehören die Küche und zwei weitere Räume mit historisch erhaltenen Renaissance-Holzdecken.

Das Kulturfrühstück hat Amateuren und Profis gleichermaßen geschmeckt. Zu den Ehrenamtlern gehört der Rentner Johannes Fiedler aus Schwarzbach, seines Zeichens Autor und Regisseur der Dorftheater-Stücke, die alljährlich auf der Naturbühne von Hunderten Zuschauern beklatscht werden. Über Nachwuchssorgen im Kroppener Chor berichtet Ramona Tischer. Mit über 60 Jahren zählt sie zu den jüngsten Sängern im Verein. Dazu kommt die Ungewissheit, wer den Chor künftig leitet, wenn der Chef im nächsten Jahr in den Ruhestand geht. Für sie war es interessant zu hören, dass selbiges Problem im gemischten Chor Schwarzbach gelöst werden konnte. Den Ton gibt dort seit wenigen Tagen die junge Chorleiterin Nadine Bergmann aus Senftenberg an.

Mit am Tisch sitzen aber auch Profis wie der Theater-Intendant Manuel Soubeyrand, Musikschulleiter Uli Stein und Musemsdirektor Stefan Heinz. Über zu wenig Unterstützung klagt Opernsänger und Chorleiter Michael Zumpe. Der von ihm gegründete Senftenberger Knabenchor ist eingegangen. Dass man beim Kulturfrühstück miteinander ins Gespräch kommt und Erfahrungen austauscht, wird von ihm ausdrücklich gelobt. "Gemeinsam etwas machen, ist nicht ganz einfach", bestätigt die Ruhlander Künstlerin und Vorsitzende des Kunstvereins "Pro Ars Lausitz", Barbara Seidl-Lampa.

Gabi Theiss indes freut am Ende besonders, dass es eine spannende Kulturrunde war, in der die Kommunalpolitiker nicht nach zehn Minuten gegangen sind. Eine Wiederholung soll es daher auf jeden Fall geben.