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Chor
Senftenberger Sänger proben anspruchsvolles Repertoire

Senftenberg. Niederlausitzer Singakademie und Konzertchor beschreiten neue Wege. Die Lausitzer interpretieren Lieder von Udo Jürgens mehrstimmig neu. Von Gabriele Philipp

Die Niederlausitzer Singakademie probt nach dem Erfolg der Aufführung von Carmina Burana im Park Altdöbern nun Neues. Messen, Liebes- und Zigeunerlieder von Brahms sowie Film- und Musicalmelodien der vergangenen elf Jahre hat der Projektchor auf dem nächsten Programm.

„Die Welt braucht Lieder – Die Niederlausitzer Singakademie trifft Udo Jürgens“ heißt der Arbeitstitel. Die Schlager kennt jeder. Es gab aber auch den Jürgens, der Texte vertont hat, die umtreiben, berühren, nachdenklich stimmen und Botschaften vermitteln. Diese besonderen Anregungen greift der Chor auf. Der musikalische Leiter Sven Irrgang schreibt dazu moderne vier- bis sechsstimmige Chorsätze. Begleitet werden die Sänger von einer Band und auch klassischen Instrumenten. So soll ein dramaturgisch interessantes Gesamtwerk, auch mit Solisten, gelingen im Neujahrskonzert zum Jahreswechsel 2018/19.

Der Konzertchor Senftenberg indes probt schon für das traditionelle Weihnachtskonzert in der Peter-und-Paul-Kirche. „Von fern klingt süß der Glockenton“ heißt es, wenn Lieder in deutscher, lateinischer, finnischer, englischer, russischer und afrikanischer Sprache (Zulu) vier- bis sechsstimmig gesungen werden. Da der Chor in seiner Vielseitigkeit für Experimente aufgeschlossen ist, versteht er es gemäß des Titels des Konzertes auch, Glockenklänge zu erzeugen, die Zuhörer erstaunen lassen werden. 40 Sänger werden mit gern gehörten und selten gesungenen Weihnachtsweisen auf das Fest einstimmen, aber auch zum Nachdenken anregen über den Sinn der Weihnacht in der heutigen Zeit.

Die Chöre sind fleißig. Emsig wird geübt unter professioneller Leitung, mit Herz und Verstand für die Liederinhalte. Das Hören auf die anderen Stimmen und Harmonien, ein fröhliches und verlässliches Miteinander – diese Botschaften vermittelt Sven Irrgang als künstlerischer Leiter unverdrossen in jeder Probe. Mit Fleiß und Akribie wird nun an den oft schwierigen Melodien und Texten gearbeitet, um am dritten Adventssamstag dem Ruf gerecht zu werden, dass sich das Senftenberger Konzert von der üblichen Musik in Funk und Fernsehen im Dezember jeden Jahres deutlich unterscheidet. Die Sänger wollen besondere Botschaften vermitteln, um nachdenklich zu stimmen und gegen die Oberflächlichkeit und moderne Vermarktung des Weihnachtfestes anzusingen.