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| 16:44 Uhr

Kooperation mit ukrainischem Theater
Neue Bühne überschreitet Grenzen mit „Borderlands“

 Waren vor Kurzem zu Besuch an der Neuen Bühne: Olha Puzhakovska, Intendantin, Viktoria Shvydko, Projektleiterin und Oksana Danchuk, Dramaturgin des Teatr Lesja Ukrajinka aus Lviv in der Ukraine.
Waren vor Kurzem zu Besuch an der Neuen Bühne: Olha Puzhakovska, Intendantin, Viktoria Shvydko, Projektleiterin und Oksana Danchuk, Dramaturgin des Teatr Lesja Ukrajinka aus Lviv in der Ukraine. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Senftenberg. Das Senftenberger Theater plant drei Inszenierungen.

Als eines der wenigen Theater ist es der Neuen Bühne gelungen, zum zweiten Mal eine Projektförderung im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes zu bekommen. Das teilt Maren Simoneit, Dramaturgin der Neuen Bühne und Projektleiterin, mit. „Borderlands – Identity, Diversity, Community: Now, Before and After“ heißt das international angelegte Projekt im Rahmen dessen in dieser und der nächsten Spielzeit drei Inszenierungen in zwei Ländern Premiere feiern werden. Als künstlerische Partner für „Borderlands – Grenzländer“ konnte das Theater die Kölner Künstlergruppe Futur3 und das Teatr Lesja Ukrajinka aus Lviv in der Ukraine gewinnen. Für ein Auftakttreffen waren jetzt Olha Puzhakovska, Intendantin, Viktoria Shvydko, Projektleiterin und Oksana Danchuk, Dramaturgin des Teatr Lesja Ukrajinka sowie André Erlen und Stefan Kraft von Futur3 in Senftenberg zu Gast.

In dieser Spielzeit werden zwei der drei geplanten Inszenierungen zur Aufführung kommen, teilt Theatersprecherin Christiane Freitag-Pittasch mit. So wird im Februar 2020 „Parcel from Abroad“ Premiere feiern. In dem Rechercheprojekt fragt Futur3 Senftenberger Bürger: Was würden Sie den Menschen jenseits der Grenze in einem Paket schicken, damit diese verstehen, wer Sie sind? „Das können Objekte, Fotos, Filme und Notizen sein, oder aber Gedanken Erinnerungen, Lieder, Witze oder gar Bräuche. Die Senftenberger können den Bürgern Lvivs von einer Stadt erzählen und andersrum... Eine Art Gruß oder Hallo aus der anderen Stadt sozusagen“, beschreibt Stefan Kraft, künstlerischer Leiter von Futur3, das Vorhaben. Jeweils eine Woche im Oktober, November und Januar wird er in Senftenberg sein, um für das Rechercheprojekt Material auszuwählen. Sein Kollege Andrè Erlen wird das Prozedere in Lviv durchführen. Anschließend werden die Pakete in das jeweils andere Land transportiert.

Eine Testaufführung soll für die Premiere nötiges Feedback liefern. Bürger beider Städte werden dazu eingeladen. Sie sind es schließlich, die dabei aktiv werden sollen und müssen: Sie öffnen die Pakete und entscheiden, was mit dem Material geschieht. Keine Aufführung gleicht der anderen, schildert Christiane Freitag-Pittasch. Nach der Premiere am 22. Februar und allen weiteren Aufführungen, die in Senftenberg und Lviv parallel stattfinden werden, werden die Zuschauer via Skype verbunden, um sich miteinander auszutauschen.

Die zweite Produktion „Ich will leben“ will Leben und Wirken der jungen Jüdin Selma Meerbaum würdigen bzw. die Tatsache, dass ihr Gedichtband es bis zur Veröffentlichung geschafft hat: Noch auf dem Weg zum Arbeitslager übergab die Cousine von Paul Celan diesen an einen Freund, der ihn wiederum an eine Freundin in Paris übersandte – ahnend, dass seine Überfahrt per Schiff nicht glücken würde. Über Rumänien gelangten die Gedichte dann schließlich nach Israel, wo sie in einem Sammelband schließlich doch veröffentlicht wurden. „Aus Selma Meerbaums Werken sprüht der grenzenlose Geist einer jungen Frau, deren Leben mit 18 Jahren im deutschen Konzentrationslager endete“, sagt Christiane Freitag-Pittasch. Ihr zu Ehren werde ab dem 28. Mai im Rahmen der Premiere eine Geburtstagsfeier stattfinden. Gäste und Ensemble sitzen an einer Tafel. Zu hören sein werden Gedichte Selma Meerbaums, aktuelle ukrainische Lyrik und Musik.

 Waren vor Kurzem zu Besuch an der Neuen Bühne: Olha Puzhakovska, Intendantin, Viktoria Shvydko, Projektleiterin und Oksana Danchuk, Dramaturgin des Teatr Lesja Ukrajinka aus Lviv in der Ukraine.
Waren vor Kurzem zu Besuch an der Neuen Bühne: Olha Puzhakovska, Intendantin, Viktoria Shvydko, Projektleiterin und Oksana Danchuk, Dramaturgin des Teatr Lesja Ukrajinka aus Lviv in der Ukraine. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
(jag)