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Pilz-Wanderung in Senftenberg
Auf den Spuren der Sporen

Pilz-Experte Otto Dittmer erklärt den Teilnehmern welche Pilze essbar sind.
Pilz-Experte Otto Dittmer erklärt den Teilnehmern welche Pilze essbar sind. FOTO: Josephine Japke
Senftenberg. Die Pilz-Wanderung durch den Schlosspark Senftenberg lockt Naturliebhaber an. Von Josephine Japke

Das Wetter passt: milde Nächte, sonnige Tage und ab und an ein Schauer. Bei Pilzliebhabern liegen Körbchen und Messer parat.

Dieses Mal geht’s jedoch nicht in den Wald, sondern in den Senftenberger Schlosspark. „Denn essbare Pilze können überall gefunden werden, man muss nur wissen wo und welche dazu gehören“, erklärt Pilz-Experte Otto Dittmer. Sein Kollege Helmut Zimmermann und er führen 15 Naturliebhaber durch den Schlosspark und frischen deren Pilz-Wissen auf.

Dabei ist auch Heinz Wecko, Rentner aus Fulda und derzeit zu Besuch in der Lausitz. Während er davon erzählt, wann er das erste Mal in die Pilze ging, hält er plötzlich inne. Zielsicher steuert er auf weiße, hochgewachsene Pilze mit braunen Flecken auf der Kappe zu, die Riesenschirmpilze. „Aber der hat doch Lamellen, den kann man nicht essen“, ruft ein Teilnehmer verzweifelt und verwundert zugleich. Pilz-Experte Otto Dittmer schmunzelt nur müde und klärt auf: „Der Mythos, dass Lamellenpilze giftig sind, hält sich zwar hartnäckig, ist aber falsch.“

Genau deshalb sind die Teilnehmer hier: viele essbare Sorten kennen sie nicht und gehen deshalb immer wieder an ihnen vorbei. Pilzberater Helmut Zimmermann unterstützt dieses Verhalten allerdings. Pilze sollten nur gesammelt und gegessen werden, wenn man sie kennt. „In meinem Heimatort bin ich momentan ein gefragter Mann. Ständig stehen meine Nachbarn vor meiner Tür und befragen mich zu ihrer Ausbeute. Und ständig sammle ich giftige Pilze aus ihren Körben.“ Zimmermann ist der Mann, dem die Sammler vertrauen. Das ist kein Wunder, denn er besitzt mehr als 80 Bücher über Pilze und kennt sie alle.

Über die Bogenbrücke zwischen den Schlossteichen, entlang des Kanals und vorbei am Pavillon führt die kleine Wanderung, bei der sich die Körbe einiger Teilnehmer stetig füllen. Der vollste Korb von allen ist der vom 13-jährigen Vincent Förster und seinem Opa. „Ich habe gerade Ferien und verbringe mit meinem Großvater viel Zeit in der Natur. Bisher kannte ich keine Pilzsorten, aber das ändert sich ab heute“, sagt der Schüler selbstbewusst, bevor er zugibt, dass er erst keine Lust hatte.

Zurück am Umweltbildungszentrum werden die Körbe ausgewertet. So einige Pilze entpuppen sich tatsächlich als giftig. Der Großteil allerdings ist essbar und das erstaunt die Teilnehmer Wanderung viel mehr. Selbst Vincent hört gespannt zu. Pilze sind anscheinend doch nicht so langweilig, wie er denkt.