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| 17:30 Uhr

Interview mit der Pop-Ikone Nena
Nena rockt den Lausitzring

 Freut sich auf ihr „Nichts versäumt“-Konzert auf der großen Lausitzring-Bühne. Eintrittskarten sind über die RUNDSCHAU-Tickethotline 0355 481555 erhältlich.
Freut sich auf ihr „Nichts versäumt“-Konzert auf der großen Lausitzring-Bühne. Eintrittskarten sind über die RUNDSCHAU-Tickethotline 0355 481555 erhältlich. FOTO: dpa / Friso Gentsch
Klettwitz. Nena gibt am 8. Juni auf dem Lausitzring ein Konzert. Vorab verrät die vierfache Großmutter im RUNDSCHAU-Interview, was aus ihrem legendären roten Leder-Minirock geworden ist, den sie 1982 im Musikladen trug – und warum sie eine Schule kaufte. Von Andrea Budich

Beim ersten Konzert nach der Dekra-Übernahme lässt Nena am Pfingstsamstag 99 Luftballons auf dem Lausitzring steigen. 14 Jahre nach den „Böhsen Onkelz“ bebt damit erstmals wieder die Rennstrecke bei einem Rock-Konzert. Mit dem Nena-Open-Air soll der Grundstein gelegt werden für ein alljährlich wiederkehrendes großes Pfingst-Festival auf dem Ring.

Wie verlief Ihre „Nichts Versäumt“­-Tour bisher?

Nena Die Tour macht unglaublich viel Spaß und ich freue mich schon total auf die Open-Air-Konzerte dieses Jahr und ganz besonders natürlich auf das Konzert auf der Lausitzring-Bühne.

Familienbande sind Ihnen sehr wichtig. Stehen Ihre Kinder auch mit auf der Lausitzring-Bühne zu Pfingsten?

Nena Drei Leute aus meiner Familie sind dabei. Meine erwachsenen Zwillinge Larissa und Sakias sind seit vielen Jahren fest in meiner Band. Beim Lausitzring Open Air und bei anderen Shows der Tour ist mein jüngster Sohn Simeon an den Keyboards, mein Mann begleitet mich permanent. Und Ella, unser Hund, ist auch immer dabei. (lacht) Sie ist ein echter Tourhund geworden. Früh morgens gehe ich mit ihr in die Wälder. Trotz langer Tournächte und Parties im Bus ... Das tut mir gut.

Wo nehmen Sie nach 40 Bühnenjahren Ihre unglaubliche Energie her? Haben Sie die Fitness von Ihrem Vater geerbt, der Sportlehrer war?

 Nena rockt den Ring. Die Werbebanner rund um Senftenberg machen Lust auf das erste große Pfingst-Open-Air auf dem Lausitzring.
Nena rockt den Ring. Die Werbebanner rund um Senftenberg machen Lust auf das erste große Pfingst-Open-Air auf dem Lausitzring. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE

Nena Aus der Freude an dem, was ich mache. Ich bin seit 40 Jahren auf der Bühne, und es bleibt spannend, und immer noch ist jedes Konzert neu und anders. Es ist herrlich, mit den Leuten, die in unsere Konzerte kommen, im direkten Austausch zu sein. Und was mich auch immer wieder fasziniert ist, dass man in den letzten Minuten vor einem Auftritt nicht einfach aussteigen kann. Man kann sich nur noch voll auf das Abenteuer einlassen, ohne zu wissen, was genau passieren wird. Und genau dieses Gefühl spornt mich immer wieder aufs Neue an.

Können Sie sich noch an Ihren aller­ersten Auftritt erinnern?

Nena Ich erinnere mich an alles. Den Tag, den Ort, die 28 Leute, die da waren, 24 davon Family und Friends, drei oder vier hatten sich ein Ticket gekauft für das kleines Festival in dem Jugendheim unseres Stadtteils, auf dem Newcomer-Bands aus Hagen und Umgebung spielten. Dort sollte also mein allererstes Live-Konzert stattfinden, und ich weiß noch: Ich hatte einen Mega-Respekt vor dieser Herausforderung. Die Jungs in meiner Band schienen das Ereignis eher gelassen zu nehmen, während mir jeder ansehen konnte, dass mir das Herz bis zum Hals schlug. (lacht) Ich stand backstage und da waren nur noch die drei Stufen dieser kleinen Treppe, die auf die Bühne führte. Und in dem Moment, wo ich endlich oben war, schnappte ich mir mein Mikro, begrüßte die Leute und fing an zu singen. Im dem Moment fiel alles Beschwerliche von mir ab und ich war total in meinem Element. Von da an wusste ich, das ist mein Ding und hier bin ich zu Hause.

Haben Sie Ihren legendären roten Leder-Minirock noch daheim im Kleiderschrank?

Nena Den habe ich leider nicht mehr, sonst wär der auch längst bei meiner Enkelin im Schrank gelandet. (lacht)

Ärgert es Sie, wenn über Sie als „Großmutter des Pop“ geschrieben wird?

Nena Nein, das ärgert mich nicht. Ich muss selber schmunzeln, wenn ich so etwas lese. Mich haben solche Aussagen inspiriert, den Song „Berufsjugendlich“ zu schreiben. Der Song ist eine direkte und humorvolle Ansprache an die Leute, die meinen zu wissen, wie eine Frau in meinem Alter zu sein und auszusehen hat. Es macht mir großen Spaß, starre, stereotype Vorstellungen in Frage zu stellen. Ansonsten bin ich ja auch tatsächlich inzwischen vierfache Großmutter und darüber freue ich mich jeden Tag aufs Neue.

Andere Stars kaufen sich Yachten, Landhäuser oder Inseln. Sie haben eine Schule gekauft. Warum?

Nena Landhäuser, Inseln und Yachten machen sicher Spaß. Zur Zeit habe ich keinen Bedarf, eine Insel zu besitzen, aber wer weiß, vielleicht kommt das noch. Mit der Neuen Schule Hamburg hat das allerdings nichts zu tun. Die Schule haben mein Mann und ich vor elf Jahren gegründet, und als Einstieg haben wir von unserem Geld das Schulhaus gekauft und dann unserer Stiftung übertragen. Das war von Beginn an ein Herzensprojekt für uns, und wir machen das seit 16 Jahren rein ehrenamtlich. Wer sich für ein außergewöhnliches Schulkonzept interessiert, in dem Kinder selbst entscheiden, was sie tun und lassen, die Lehrer demokratisch gewählt werden und alle Regeln miteinander bestimmt, empfehle ich unser Buch, das wir 2017 zum zehnjährigen Bestehen der Schule geschrieben haben. Das Buch heißt: „Werden? Ich bin doch schon!“

Ihr Lebensmotto?

Nena Zu dieser Frage fällt mir spontan dieser Satz ein: Ich kann die Welt nur verändern, wenn ich bei mir selber anfange. Und: Immer offen sein, für das, was das Leben mir bietet.

Was gefällt Ihnen am Lausitzer Seenland besonders? Bringen Sie Skates oder Segelboot mit?

Nena Wie gesagt, ich besitze weder Boote noch Inseln. Aber ich bringe gute Laune mit und freue mich auf die Lausitzer Natur!