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| 16:19 Uhr

Neue Bühne Senftenberg
Ein Jahresrückblick mit Tücken

Eine bunte Rückschau mit Tücken auf das Senftenberger Theaterleben werden die Zuschauer am Silvesterabend erleben.
Eine bunte Rückschau mit Tücken auf das Senftenberger Theaterleben werden die Zuschauer am Silvesterabend erleben. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Volles Programm: Zum Start ins Jahr 2018 gibt es an der Neuen Bühne keine Verschnaufpause. Von Heidrun Seidel

 Aladdin hat den Geist seiner Wunderlampe in die Freiheit entlassen und sich mit Prinzessin Jasmin zurückgezogen. In 21 Vorstellungen haben mehr als 6100 Zuschauer das Weihnachtsmärchen des Jahres 2017 gesehen und sich in den zauberhaften Orient entführen lassen. Schwerstarbeit für die fünf Schauspieler Hanka Mark, Anna Schönberg, Catharina Struwe, Tom Bartels und Roland Kurzweg, die sechs Wochen lang oft in Doppelvorstellungen die aufgeregte Kinderschar zu bändigen wussten.  Nun ist das Märchen – bis auf eine Abstecher-Vorstellung im Februar in Frankfurt/Oder Geschichte.

Im Theater in der Rathenaustraße ist dennoch keine Feiertagsruhe. Geprobt wieder dieser Tage vor allem für die Silvestershow „Finale Grande“. Igor Holland-Moritz, bislang Dramaturg und jetzt zuständig für Marketing und Kommunikation an der Neuen Bühne, hat das Text-Buch für diesen Abend geschrieben und wird ihn gemeinsam mit Manuel Soubeyrand inszenieren.

Ein Jahresrückblick soll es werden, doch der läuft nicht ganz ohne Tücken. Schauspieler Roland Kurzweg, bereits in den traditionellen Maifeiern des Senftenberger Theaters gut trainierter Conférencier, muss sehen, wie er die Kastanien aus dem Feuer holt. Da wird gesungen, getanzt, gespielt und aufgefahren, was das Theater zu bieten hat, verrät Igor Holland-Moritz.  Fast alle Schauspieler sind dabei und haben sich zumeist mit eigenen Vorschlägen in das Programm eingebracht. Spaß soll es machen, auf und natürlich erst recht vor der Bühne. Er verspricht  einen Rückblick auf die schönsten Theaterszenen, gute Songs aus dem Repertoire und sicher auch so manche Stand-up-Comedy. Mirko Warnatz und Sigurd Noack werden als bewährte Hausband für gute  Musik sorgen.

Besondere Freude herrsche im Ensemble, auch wieder mit Conrad Haase den Abend zu gestalten. Er hat viele Jahre lang als musikalischer Leiter mit den Senftenbergern gearbeitet und so auch den legendären Camping-Camping-Spaß auf die Bühne des Amphitheaters gebracht. Darüber hinaus können sich die Zuschauer auf eine beeindruckende Technikshow freuen. „Das genaue Programm aber werden erst die Proben in den nächsten Tagen zeigen“, so Holland-Moritz. „Nach jetzigem Stand haben wir viel zu viel Material – das müssen wir noch eindampfen.“  Die Zuschauer jedenfalls scheinen ihrem Theater voll zu vertrauen. Auch ohne detailliertes Programm sind die beiden Silvesterveranstaltungen schon längst ausverkauft. Allerdings steht die Veranstaltung am 6. Januar 2018 noch einmal auf dem Spielplan – als Chance für alle, die Silvester arbeiten müssen oder keine Karten mehr bekommen haben. Bevor aber die Korken am 31. Dezember knallen, ist mit Uschi Brüning am 29. Dezember 2017 noch ein ganz besonderer Gast in Senftenberg zu erleben. „So wie ich“ heißen das Programm und das 2016 erschienene Soloalbum der legendären großen Stimme, die die Grande Dame des deutschen Jazz genannt wird. Die  Gesangsikone aus dem Osten Deutschlands  hatte damit vor fast genau einem Jahr und mehr als 40 Jahre nach ihrem Bühnendebüt ein Soloprojekt gestartet.

Bereits seit den siebziger Jahren gilt Uschi Brüning als die führende Jazzsängerin in Ostdeutschland. Mit dem Titel „Dein Name“, der neu arrangiert auch in ihrem Programm zu hören ist, hatte sie 1972 selbst in der Schlagerbranche punkten können. Ihre musikalische Bandbreite reicht von literarischen Chansons über Blues, Gospel, Swing bis zur Improvisation im modernen Jazz.

Obwohl sie, wie ihr Lebenslauf verrät,  bereits früh in Leipziger Amateurbands spielte, ist sie Justizbeamtin geworden und erst  1970 musikalisch ins Profilager gewechselt. Sie war durch Tourneen mit Manfred Krug und der Klaus- Lenz-Band 1971 erstmals einem größeren Publikum bekannt geworden.

Nach der Wende waren vor allem für die ostdeutschen Jazzfans die Konzerte von Uschi Brüning und Manfred Krug ein Muss – auch  in der Cottbuser Stadthalle oder im Amphitheater am Senftenberger See. Ihre letzte große Zusammenarbeit war das gemeinsame preisgekrönte Album „Auserwählt“,  das 2014 mit dem Jazz-Award ausgezeichnet worden ist. Im Programm „So wie ich“ am 29. Dezember 2017 um 20  Uhr in der Neuen Bühne Senftenberg singt Uschi Brüning Titel wie „September“, „Wie sich die Mühlen dreh’n im Wind“ , „Der Sohn meiner Nachbarin“ „Tagesträume“ oder „Mit 17 hat man noch Träume“(Peggy-March-Schlager). Das Publikum kann sich auf eine großartige Stimme und eine ganz eigene (eben die legendäre Brüning-)Art der Interpretation  freuen.

Auch im Januar geht es ohne Pause an der neuen Bühne weiter, vor allem auch mit interessanten Stücken für Kinder und Jugendliche. Schon für den 19. Januar 2018 ist mit „Das Mädchen von weither“ die nächste Premiere angekündigt. In der neuen musikalischen Reihe „Variationen“ wird es am 14. Januar das dritte Konzert geben. „Beschwingt ins neue Jahr“ heißt es – ganz programmatisch.