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Schlossweihnacht
Fünfzigmal Staunen beim Weihnachtszauber

Besonders originell und sehr hübsch: Dieser Recyclingschmuck-Weihnachts­engel enstand aus einer alten Kaffeekapsel.
Besonders originell und sehr hübsch: Dieser Recyclingschmuck-Weihnachts­engel enstand aus einer alten Kaffeekapsel. FOTO: Jenny Linke / Museum Senftenberg
Senftenberg. Im Schloss Senftenberg öffnet die große Weihnachtsbaumausstellung.

Ein Tannenbaum ganz in Gold und Silber, mit Naturschmuck oder doch ganz bunt verziert? Diese Entscheidung, die am heimischen Weihnachtsbaum manchmal so schwer fällt, haben die Frauen des Fördervereins im Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz fünfzigmal getroffen.

Herausgekommen ist auch in diesem Jahr eine große Weihnachtsbaumausstellung, bei der jeder Baum ein anderes Weihnachtskleid trägt. Um all ihre Ideen unterzukriegen, erlegen sich die Damen für ihre Ausstellung kein Thema auf. „Vielmehr geht es darum, dass ein Baum nie so aussehen darf, wie im Vorjahr“, erklärt Gabriele Philipp, Organisatorin der Aktion seit der ersten Stunde vor 30 Jahren.

Ab dem morgigen Samstag, 9. Dezember, sind die fünfzig Bäume, die nun mit handbemalten Kugeln, filigranem Papierschmuck, Spansternen, Spitzenornamenten, detailreichen Strick- und Häkelarbeiten und sogar Recyclingschmuck verziert sind, im Museum zu sehen. Bis zum 1. Januar haben die Gäste die Möglichkeit, die Ausstellung im Museum Schloss und Festung Senftenberg zu besuchen.

Verlängerte Öffnungszeiten machen es Weihnachtsbaum-Liebhabern aus ganz Deutschland leicht: Ab Samstag hat das Museum täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nur an Heiligabend und Silvester bleiben die Museumstüren geschlossen.

Bereits seit vielen Monaten drehen sich die Gedanken der 14 handwerklich begabten und befreundeten Frauen des Vereins um die große Weihnachtsbaumausstellung im Senftenberger Schloss. Seit dem Sommer haben sie gemeinsam an dem handgemachten Schmuck für die diesjährige Ausstellung gearbeitet. Jede Woche treffen sie sich dafür in ihrer eigenen Werkstatt im Museum. Da werden neue Ideen ausgetauscht, die Gestaltung gemeinsam beraten und in Kleingruppen der Schmuck erarbeitet.

Bevor sich die Schmückerinnen an die Arbeit machen konnten, mussten die Männer des Vereins die 50 Nadelgewächse aufstellen und beleuchten. Für so viele Bäume wird eine Menge Schmuck benötigt, der immer anders kombiniert werden muss. Über eine Woche haben die Vereinsmitglieder hunderte Kartons ausgepackt und die Bäume im Schloss akribisch gestaltet. „Die Bäume müssen im Raum und nebeneinander wirken. Das ist nicht leicht“, erklärt Gabriele Philipp.

Zum „Baum des Jahres 2017“ haben die Frauen diesmal einen Weihnachtsbaum gewählt, an dem sie alle gemeinsam gearbeitet haben. Filigran umhäkelte und mit Perlen bespannte Glocken, Kugeln und Bäumchen aus Draht zieren ihn. Aber auch nach den letzten Handgriffen wird es keine lange Pause geben, denn bereits jetzt werden die ersten Ideen für den Baumschmuck in 2018 gesammelt.

(cw)