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| 14:28 Uhr

Bläserchöre Senftenberg-Spremberg
Mit Puste aus ganzem Kirchenkreis

 Bläserinnen und Bläser des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg vor der vierten Probe des Kreisposaunenfestes am ersten Juni-Wochenende.
Bläserinnen und Bläser des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg vor der vierten Probe des Kreisposaunenfestes am ersten Juni-Wochenende. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg/Senftenberg. Das zweite Posaunenfest des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg wird das letzte sein. Von Annett Igel-Allzeit

Die Bläser lassen das Kondenswasser aus ihren Instrumenten tropfen. Magnete klacken an das Metall der Notenständer. „Deep River“ hat viel Kraft gekostet. Margret Schulze, die Regionalkantorin des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg, vertieft sich bereits in die Noten der „Fanfare“ von Jean-Joseph Mouret. Nach wenigen Sekunden hebt sie die Arme, singt den Sopran an. Kraftvoll muss eine Fanfare klingen und elegant. „Denkt an das Contabile ab Takt 40“, ruft sie. Contabile heißt gesanglich. Im Saal der Hoffnungskirche in Kausche haben sich Bläserinnen und Bläser aus Senftenberg, Welzow, Spremberg, Hornow, Drebkau und Klein Döbbern eingefunden. Mancher kommt direkt von der Arbeit, vom Abendessen mit der Familie, vom Füttern der Hühner. Es ist die vorletzte von fünf gemeinsamen Proben fürs 2. Kreisposaunenfest am ersten Juni-Wochenende.

Dass zu Bläsergottesdiensten und Festkonzerten Musiker um Hilfe aus Nachbarchören bitten, ist normal.  Im Vorjahr hatte es Henning Allzeit, organisatorischer Leiter des Posaunenchores der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde Spremberg, geschafft, Bläser aus sämtlichen Chören des Evangelischen Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg, aus der Landeskirchlichen Gemeinschaft und aus Sirchingen, seinem schwäbischen Heimatort, für ein Serenadenkonzert auf die Spremberger Freilichtbühne zu holen. Unter dem Dirigat des Schwaben Dietmar Pelz war das ein Erlebnis.

Deshalb soll dieses Zusammenspiel in diesem Jahr fortgesetzt werden – als Kreisposaunenfest. 50 Bläserinnen und Bläser wie im Vorjahr werden es nicht, sagt Margret Schulze. Aber vielleicht 30 bis 35. Sie und Siegfried Zühlke, bis vor wenigen Wochen noch Landesposaunenwart und jetzt im Ruhestand, hatten im Vorjahr die Vorproben übernommen und sind in diesem Jahr wieder dabei. Zühlke wird die Hauptprobe und die Auftritte dirigieren.

Das Serenadenkonzert ist für den 1. Juni auf dem Markt in Drebkau geplant. Der Bläsergottesdienst am 2. Juni wird in der Evangelischen Peter-Paul-Kirche in Senftenberg stattfinden – weil der Senftenberger Posaunenchor, wie im Vorjahr der Spremberger Chor, 65 Jahre alt wird.

Die ganze Bandbreite, die die Bläser- und Posaunenchöre drauf haben, bietet das Serenadenkonzert in Drebkau. Die „Sarabande“ von Georg Friedrich Händel aus der Oper „Rinaldo“, Reinhard Meys „Über den Wolken“, die moderne Bearbeitung „Möge die Straße uns zusammenführen“ eines Kanons von Johann Pachelbel, der „Hymnus“ des 1961 geborenen Gütersloher Kirchenmusikers Reinhard Gramm und das Stück „Have a nice evening“ des in Berlin lebenden Komponisten und Kantors Michael Schütz. Ein besonderes Flair werden drei schwedische Kompositionen ins Konzert bringen – sie klingen wie ein Sommer in Bullerbü und eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft.

Auch der Bläsergottesdienst in Senftenberg ist etwas für Musikfreunde, weil auch hier neben der Gottesdienstordnung Platz ist für die „Fanfare“, die „Sarabande“, ein schönes „Amen“ von Richard Roblee und Choral-Bearbeitungen und Vorspiele, die so nicht im Gesangbuch stehen.

 Die Bläser um Margret Schulze freuen sich über die Zusage von Siegfried Zühlke. Die Senftenberger erinnern sich zum Teil noch, wie er vor 15 Jahren den festlichen Bläsergottesdienst zum 50-jährigen Bestehen leitete. Aber auch Wehmut wird aufkommen. „Weil der Kirchenkreis Senftenberg-Spremberg zum Ende des Jahres 2019 aufgelöst werden soll, ist das zweite Kreisposaunenfest auch das letzte dieses Kirchenkreises“, sagt Margret Schulze. Der Senftenberger Bereich geht zum 1. Januar 2020 im Kirchenkreis Niederlausitz auf, der Spremberger Bereich im Kirchenkreis Cottbus. Da Bläser- und Posaunenchöre überall Nachwuchsprobleme haben, werden die Hilferufe bei fehlenden Bässen, Sopranen, Tenören oder Alt-Bläsern vor neuen Kirchenkreisgrenzen aber wohl nicht Halt machen.

Das Serenadenkonzert in Drebkau am 1. Juni beginnt um 19 Uhr und wird bei nasskaltem Wetter vom Marktplatz in die Stadtkirche verlegt. Zum Bläsergottesdienst am Sonntag, 2. Juni, ruft die „Fanfare“ um 10 Uhr in der Peter-Paul-Kirche Senftenberg.

 Bläserinnen und Bläser des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg vor ihrer vierten Probe des Kreisposaunenfestes.
Bläserinnen und Bläser des Kirchenkreises Senftenberg-Spremberg vor ihrer vierten Probe des Kreisposaunenfestes. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit