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| 15:10 Uhr

Theater
Fluch und Segen der Landesbühne

Die Neue Bühne Senftenberg. Die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter wächst. Foto: S. Rasche
Die Neue Bühne Senftenberg. Die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter wächst. Foto: S. Rasche FOTO: Neue B¸hne
Der neue Status bedeutet für das Senftenberger Theater Mehrarbeit für Mitarbeiter.

Seit September darf sich das Senftenberger Theater über den Status einer Landesbühne freuen. Was einerseits ein guter Schritt ist, bedeutet andererseits eine höhere Belastung für die Mitarbeiter. Mit dieser Ehrlichkeit überraschte Intendant Manuel Soyberand die Mitglieder des Kreis-Kulturausschusses in der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend. Zwar kann sich das Theater über mehr Geld vom Land freuen. Gemeinsam mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt erhalten die beiden Bühnen in diesem Jahr zusammen 120 000 Euro und kommendes Jahr 260 000 Euro zusätzlich. Jedoch bedeutet der neue Status auch ein Mehr an Vorstellungen auch außerhalb von Senftenberg - und das bei sinkender Mitarbeiterzahl, erläutert Soyberand seinen Gästen auf der Studiobühne.

Für die Mitarbeiter und Schauspieler ist das vor dem Hintergrund der bescheidenen Gehälter eine Herausforderung. 2006 ist die Neue Bühne aus dem Flächentarifvertrag ausgetreten. Mitarbeiter verdienen seitdem deutlich weniger als es im öffentlichen Dienst eigentlich üblich ist, erläutert der Theaterchef. In der Neuen Bühne lägen die Mindestgagen bei rund 2000 Euro brutto im Monat. Ende des Jahres läuft der aktuelle Haustarifvertrag aus, sodass wieder neue Gehaltsverhandlungen anstehen. Manuel Soyberand beschreibt ein Dilemma aus der Vergangenheit, das er gern beenden wolle. Zuletzt sei immer wieder ein Tarifvertrag abgeschlossen worden, bei dem Mitarbeiter auf Lohnerhöhungen verzichten und dafür mehr freie Tage bekommen. Das jedoch führe dazu, dass das Theater weniger Vorstellungen zeigen kann und so weniger Geld einspielt.

Immerhin aber habe die Neue Bühne im vergangenen Jahr bei 420 Schauspiel- und Kinder- und Jugendtheaterproduktionen mehr als 700 000 Euro erwirtschaften können. Rund 70 000 Gäste besuchten die Vorstellungen. Neben den Zuschüssen durch den Landkreis Oberspreewald-Lausitz unterstützt das Land unterstützt das Theater - in diesem Jahr mit rund 1,7 Millionen Euro sowie mit 1,3 Millionen Euro aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes.

(jag)