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Naturschutz
Kröten und Frösche wandern bald wieder

Auch am Hermsdorfer Schorlteich gilt aufgrund der Amphibienwanderung seit Mitte März ein Tempolimit.
Auch am Hermsdorfer Schorlteich gilt aufgrund der Amphibienwanderung seit Mitte März ein Tempolimit. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Mit dem ersten warmen Frühlingsregen wandern Frösche und Kröten zu ihren Laichgewässern. Autofahrer müssen jetzt besonders aufpassen. Von Torsten Richter-Zippack

Es ist alljährlich im Frühling das Naturschauspiel schlechthin: Sobald der erste warme Regen auf den Boden prasselt, setzen sich unzählige Amphibien in Bewegung. Ihren uralten Instinkten folgend wandern Kröten und Frösche von den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. In diesem Jahr ist es jedoch etwas anders. Zwar waren Mitte März die ersten Tiere auf Achse, doch der jüngste Wintereinbruch hat die Wanderung vorerst gestoppt, sagt Jürgen Jentsch von der OSL-Naturschutzbehörde. „Kommen jedoch in Kürze Regen oder Temperaturen über zehn Grad dazu, wird explosionsartig eine Massenwanderung einsetzen“, kündigt der Experte an.

Grasfrosch und Erdkröte seien die ersten Arten, die sich auf den nicht ungefährlichen Weg begeben. Anschließend folgen Molch, Moorfrosch, Knoblauchkröte, Laubfrosch und weitere Arten. Das Problem: Die Amphibien müssen nicht selten stark frequentierte Straßen überqueren. Laut Jentsch werden dabei Jahr für Jahr Tausende von ihnen überfahren. Seine Behörde bemühe sich mit Unterstützung der ehrenamtlichen Naturschützer, der Forstwirtschaft und der Straßenämter, diesem Artenschwund entgegenzuwirken. Bereits seit Mitte März stehen an fünf besonders betroffenen Straßenabschnitten die entsprechenden Hinweisschilder, kombiniert mit Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Nachtstunden. Betroffen seien das Luggebiet nordwestlich von Großräschen, Hosena, das Hermsdorfer Schorlteich-Gebiet, die Kroppener Teiche sowie die Ortsverbindung von Kostebrau nach Klettwitz.

Besonders in milden, regnerischen Nächten müssen Autofahrer mit vielen Amphibien auf der Fahrbahn rechnen. Dann heißt es nur, Fuß vom Gas. An mehreren Stellen wurden wieder Krötenzäune aufgestellt. Diese befinden sich bei Kostebrau, Niemtsch und in Mlode nördlich von Calau. In Lipsa, Guteborn und Kittlitz seien diese in Arbeit. „Auf insgesamt 2,4 Kilometer Länge werden die Amphibienfreunde täglich unterwegs sein, um die Tiere sicher auf die andere Straßenseite zu bringen“, sagt Jentsch. Der Nabu-Regionalverband Senftenberg, der insgesamt 1,8 Kilometer Schutzzäune beisteuert, hat in den vergangenen Jahren zehn Amphibienarten registriert. „Wir sind einmal täglich mit mehreren Verantwortlichen vor Ort“, teilt Beate Erler vom Verband mit.

Auch an nicht separat gekennzeichneten Straßen muss laut Jürgen Jentsch mit vielen Fröschen und Kröten gerechnet werden. Das betreffe unter anderem die Verbindungen von Lauchhammer nach Grünewalde sowie durch die Bergbaufolgelandschaft. Unter der Telefonnummer 03541/8703485 nimmt die OSL-Naturschutzbehörde weitere Meldungen entgegen.