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Kritik der Familien berechtigt

Die Verärgerung im Rathaus über die nicht repräsentative RUNDSCHAU-Umfrage zur kinderfreundlichen Kommune zeigt wieder einmal, wie unsensibel (…) mit dem Thema Kinderfreundlichkeit (…) umgegangen wird. Dass Kritik einiger Bürger der Stadt Senftenberg als diskreditierend bezeichnet wird, zeigt wohl, dass diese in den Augen des Bürgermeisters schon an Majestätsbeleidigung grenzt. Nancy PollackSenftenberg

Was in einigen Ländern Europas sowie auch einigen wenigen Städten und Kommunen Deutschlands bereits Realität ist, wird wohl für Familien dieser Stadt und Region für immer ein Traum bleiben: eine kostenfreie Betreuung aller Kinder in Kindertagesstätten, unabhängig vom Einkommen. Aus meiner persönlichen Sicht geht es gar nicht, dass einer Familie mit mittlerem Arbeitseinkommen und zwei kleinen Kindern nach Abzug der Kita-Gebühren und anderer Folgekosten weit weniger im Portemonnaie bleibt als einer Familie mit Arbeitslosengeld-II-Bezug, die für die Kita nur einen sehr kleinen, fast symbolischen Beitrag zahlt. Das wird letztendlich nur durch die exorbitant hohen Elternbeiträge von Familien mit Arbeitseinkommen ausgeglichen und mitfinanziert. Kritik und großes Unverständnis gibt es auch dafür, dass für die Berechnung der Kita-Gebühren das Arbeitseinkommen aus dem Vorjahr zu Grunde gelegt wird - ganz egal, ob man zum aktuellen Zeitpunkt plötzlich allein erziehend ist oder weniger Einkommen hat. Wer in dieser Stadt und in der Region Kinder und ein Arbeitseinkommen hat, der wird benachteiligt und bestraft.

Diskutieren Sie mit: Was ist konkret wichtig für Familien mit Kindern? Woran machen Sie den Anspruch und das Prädikat "Kinderfreundlichkeit" praktisch fest? Das Team der Lokalredaktion Senftenberg der RUNDSCHAU freut sich auf eine anregende Diskussion.