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| 13:55 Uhr

Streit um Grundstücke am Senftenberger See
Kritik aus Buchwalde reißt nicht ab

 200 Mal Protest: Die Anwohnergemeinschaft aus Buchwalde hat am Dienstag ihre Unterschriftensammlung gegen das Vorhaben im Rathaus abgegeben. Knapp 200 Anwohner sprechen sich gegen die Pläne der Stadt aus. Christian Schletter, Sprecher der Anwohnerinitiative, überreichte die Unterschriftenliste an den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann (SPD, l.).
200 Mal Protest: Die Anwohnergemeinschaft aus Buchwalde hat am Dienstag ihre Unterschriftensammlung gegen das Vorhaben im Rathaus abgegeben. Knapp 200 Anwohner sprechen sich gegen die Pläne der Stadt aus. Christian Schletter, Sprecher der Anwohnerinitiative, überreichte die Unterschriftenliste an den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann (SPD, l.). FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg. Stadt verteidigt Ausschreibung. Fünf Interessenten für vier Grundstücke. Von Jan Augustin

Das Vorhaben der Stadt Senftenberg, Grundstücke in Buchwalde für Eigenheimbau-Zwecke zu veräußern, schlägt weiter hohe Wellen. Mit deutlicher Kritik hat sich Anwohner Marcel Petermann im jüngsten Bauausschuss geäußert. Das Bemühen der Kommune, Grundstücke für bauwillige Interessenten zu suchen und zu vermarkten sei zwar grundsätzlich zu begrüßen. Im Fall Buchwalde sei allerdings ein „überwältigender Teil“ der Bevölkerung gegen das Vorhaben. An die Adresse der Stadtverordneten gerichtet betont Petermann, dass mit dem geplanten Projekt weder den jetzigen Einwohnern noch den Zugezogenen ein Gefallen getan werde. Für eine Nachbarschaft sei das ein schlechter Start.

Carsten Henkel, Bereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, verweist auf den Stadtverordneten-Beschluss. Die Stadt müsse schauen, wo Lücken geschlossen werden können. Die Verwaltung hatte vor Kurzem vier zwischen 600 und 1735 Quadratmeter große Parzellen im Osten von Buchwalde zur Erbbaupacht und zum Verkauf ausgeschrieben. Die Frist ist abgelaufen. Es gibt fünf Interessenten, bestätigt Stadtsprecherin Anja Schmiedgen. Über eine Vergabe wird die Ratsrunde am 10. April hinter verschlossenen Türen entscheiden. Das Mindestgebot für den Kauf lag bei 120 Euro pro Quadratmeter und damit doppelt so hoch wie der Bodenrichtwert. An der Fläche grenzt ein Wanderweg, der dort weichen müsste. Außerdem würden dem Vorhaben ein Spielplatz, drei Parkplätze und ein Obst- und Nussbaumbestand zum Opfer fallen. Der Spielplatz soll zwar in etwa 150 Meter Entfernung wieder aufgebaut werden – aber deutlich kleiner, ohne Rutsche, Basketballplatz und Tischtennisplatten.

Enttäuscht über die die Arbeitsweise der Stadtväter zeigt sich auch der Buchwalder Christian Fuchs. „Ich hatte erwartet, dass im Vorfeld des Baugeschehens eine Bürgerversammlung stattfindet, in der das Für und Wider beider Seiten dokumentiert wird und die Abgeordneten so eine Grundlage für Ihre Wahl erhalten.“ Diese Politik sei demokratie- und bürgerfern.