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Kriminalität
Kriminalität sinkt rekordverdächtig

Senftenberg. In Senftenberg ist die Einbruchs- und Diebstahlsquote wie in keiner anderen Brandenburger Stadt steil nach unten gegangen. Für ihre Kriminalprävention wurde die Kommune jetzt vom Land ausgezeichnet. Von Jan Augustin

Zwei dreiste Diebe versuchen ihr Glück in einem Geschäft am Neumarkt in Senftenberg. Einer lenkt das Verkaufspersonal ab, der andere lässt eine Marken-Uhr in seiner Jackentasche verschwinden. Doch ein Verkäufer beobachtet das und erobert in beherzter Manier seine Ware zurück. Die unbekannten Männer können den  Augenblick zwar zur Flucht nutzen, aber immerhin ist ein Diebstahl verhindert.

Polizeimeldungen wie diese vom vergangenen Freitag sind nicht ungewöhnlich und erreichen die Redaktion immer noch relativ häufig. Doch werden sie seltener. Während die Fallzahlen aus der Senftenberger Kriminalstatistik bis zum Jahr 2010 immer weiter nach oben schießen, sinken sie seitdem. Im vergangenen Jahr  sogar um 34 Prozent. Allein die Diebstahlskriminalität hat daran einen Anteil von 43 Prozent ausgemacht.

Für Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ist diese positive Entwicklung ein Beleg für die gute Präventionsarbeit in der Kommune. In der Vorwoche überreichte er daher den mit 2000 Euro dotierten Landespräventionspreis 2017 stellvertretend an Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD). „Wenn Menschen sich aktiv für eine sichere Kommune einbringen, dann verdient das meinen höchsten Respekt“, lobte Schröter.

Auch der Präventionsbeauftragte des Landes, Kay Kasüschke, würdigte die Senftenberger Kriminalprävention.  Der im Jahr 2000 gegründete Präventionsrat der Kommune stehe dafür, Probleme und Herausforderungen für die Sicherheit der Stadt zu erkennen, systematisch anzugehen und zu minimieren oder gar zu beseitigen. Er sei Bindeglied und Plattform für den Austausch und das Zusammenwirken ganz unterschiedlicher Akteure. Das inhaltliche Spektrum reiche von Kinder- und Jugendkriminalität über die drückende Problematik „Sucht“ bis hin zu kriminalpräventiven Stadtteilspaziergängen.

Bestätigt wird die „beispielgebende“ Präventionsarbeit auch vom Leiter der Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz, Rüdiger Schiesko. „Ganz offenkundig haben die Maßnahmen der kommunalen Kriminalitätsprävention der Stadt Senftenberg, selbstverständlich im Kontext mit anderen spezifischen Maßnahmen, ihre Wirkung entfaltet“, sagt er. Als der Präventionsrat ins Leben gerufen wurde, hatten sich die Fallzahlen der Einbruchs-, Beschaffungs- und Drogenkriminalität noch besorgniserregend entwickelt. „Die Situation stellte sich hier derart dar, dass die Menschen, die in dieser Stadt leben und sich mit ihr identifizieren unter einer gewissen Kriminalitätsfurcht litten“, erinnert sich der Polizist.