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| 20:29 Uhr

Schlangen verhindern Wegeausbau
Kreuzottern verhindern Ausbau der Bärhausstraße

FOTO: Jan Augustin
Frauendorf. Ein Teilstück der Straße zwischen Bärhaus und Frauendorf bleibt ohne Asphalt. Die Naturschützer wollen geschützte Schlangen vor dem Überfahren-Werden bewahren. Von Torsten Richter-Zippack

„Eine richtige Sauerei ist das.“ Ein Radfahrer, der dieser Tage zwischen Bärhaus und Frauendorf auf Achse ist, hat sich soeben seinen Drahtesel und seine Hose komplett eingesaut. Kein Wunder, sind doch Löcher und Pfützen kaum zu umfahren.

Kurios: Wer aus Frauendorf kommend gen Norden nach Bärhaus fährt, radelt zunächst auf glattem Asphalt. Doch irgendwann mitten im Wald endet die bequeme Fahrbahndecke. Stattdessen Pfützen, Schlamm und Löcher. Ginge es nach der Gemeinde Frauendorf und dem Amt Ortrand, wäre diese rund anderthalb Kilometer lange Lücke ebenfalls schon längst asphaltiert. „Der Naturschutz verhindert allerdings den Ausbau“, erklärt Amtsdirektor Kersten Sickert.

Tatsächlich, so lässt die OSL-Naturschutzbehörde wissen, führt die Bärhausstraße durch den Lebensraum der Kreuzotter, der einzigen giftigen Schlangenart der Lausitz. Reptilien nutzen Asphaltflächen gern, um sich zu sonnen und könnten somit leicht überfahren werden, teilt Kreissprecherin Theresa Pusch mit. Weil viele Autofahrer die Trasse als Abkürzung nach Lauchhammer nutzen, sei diese Gefahr groß.

Die Kreuzotter komme im OSL-Kreis nur noch an wenigen Orten vor und genieße deshalb besonderen Schutz. So habe der Landkreis die Asphaltierung des 1,5 Kilometer langen Abschnittes untersagt und stattdessen die „wassergebundene Decke“ vorgegeben.