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| 14:01 Uhr

Seuchengefahr steigt
Extra-Abschussprämie für Wildschweine

Der Jagddruck auf Wildschweine soll im Oberspreewald-Lausitz-Kreis erhöht werden. Der Kreistag hat jetzt eine Extra-Abschussprämie beschlossen.
Der Jagddruck auf Wildschweine soll im Oberspreewald-Lausitz-Kreis erhöht werden. Der Kreistag hat jetzt eine Extra-Abschussprämie beschlossen. FOTO: Fredrik von Erichsen / dpa
Senftenberg/Lübbenau. Oberspreewald-Lausitz ergreift die Initiative vor der Förderung des Landes für mehr Jagddruck auf Wildschweine zum Schutz vor der Schweinepest.

Jäger im Landkreis Oberspreewald-Lausitz erhalten ab April eine kreiseigene Prämie für erlegte Wildschweine. Das teilt Kreis-Sprecherin Sarah Werner mit. Das hat der Kreistag taufrisch beschlossen. „Damit reagiert der Landkreis präventiv auf die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Ziel ist es, den hohen Bestand an Schwarzwild nachhaltig zu reduzieren“, erklärt Werner weiter.

Der Ansatz des Landkreises setzt bereits unterhalb der Förderung an, die das Land Brandenburg ab April für jedes Stück Schwarzwild, das über den Streckenwerten des Jagdjahres 2015/16 (Referenzjahr) erlegt wird, in Aussicht stellt.

Demnach erhalten Jäger im Landkreis bereits ab dem ersten erlegten Wildschwein bis zum Erreichen des Streckenwertes 2015/16 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro pro Tier. In Summe wurden in Oberspreewald-Lausitz im genannten Jagdjahr 3900 Tiere erlegt.

Im Anschluss greift die Prämie des Landes, die laut Mitteilung des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft bei 50 Euro liegen wird.

„Ziel des Kreises ist es, einen höheren Anreiz zur Intensivierung der Jagd zu bieten. Gleichzeitig soll die Prämie aber auch als Aufwandsentschädigung, auch für das Erlegen von schwer vermarktungsfähigen Tieren wie Frischlingen, dienen“, informiert die Kreis-Sprecherin weiter.

Zusätzlich zur Prämie soll den Jagdausübungsberechtigten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 Euro für das Beproben von Unfallwild und Totfunden ausgezahlt werden. Hier zahlt das Land im Rahmen eines Monitoring-Programms zur Früherkennung seit Anfang des Jahres eine Aufwandsentschädigung für die Probennahme bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Höhe von 30 Euro pro Tier an die Jäger. Die Mittel werden jedoch nur für die Beprobung von 31 Tieren gewährt. „Hier sieht der Landkreis erhöhten Handlungsbedarf, denn die Beprobung von Unfallwild und Totfunden hat einen besonders hohen Stellenwert für die Früherkennung der Seuche“, so Werner. Die Regelung gilt zunächst für das laufende Jagdjahr.

(kw)