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| 02:37 Uhr

Kreis will an Radwege-Fördertopf

Der Radtourismus wird immer beliebter im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Vor allem die Strecken durch den Spreewald und wie hier im Lausitzer Seenland werden gern befahren.
Der Radtourismus wird immer beliebter im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Vor allem die Strecken durch den Spreewald und wie hier im Lausitzer Seenland werden gern befahren. FOTO: TV Lausitzer Seenland / Nada Quenzel
Senftenberg/Raddusch. Der Radtourismus im Spreewald und im Lausitzer Seenland boomt weiter. Damit Wege modernisiert werden können, hat das Land Brandenburg ein neues Förderprogramm für Fernradwege auferlegt. Der Oberspreewald-Lausitz-Kreis will davon etwas abhaben. Jan Augustin

Schlittschuhlaufen, Skifahren, Schneeballschlachten? Nicht in diesem Winter im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Radfahren heißt die Devise. Die milden Temperaturen haben am vorigen Wochenende schon etliche Radler in die Natur zwischen Lübbenau und Senftenberg gelockt. Und es werden immer mehr. Die beiden Tourismusverbände im Kreis verzeichnen seit Jahren eine wachsende Nachfrage. "Das steigt immer noch rasant an", sagt die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, Kathrin Winkler. Ihre Kollegin vom Tourismusverband Spreewald, Annette Ernst, bestätigt den Trend. "Immer mehr Leute erleben den Spreewald als Aktivregion", sagt die Leiterin des Verbandes. Der Fahrradtourismus sei neben den vielen Angeboten auf dem Wasser die Nummer eins im Spreewald. Damit das so bleibt, müssten die Wege aber auch immer auf den neuesten Stand gebracht werden.

Mit 40 Millionen Euro will das Land die Modernisierung von Fernradwegen in den nächsten fünf Jahren ankurbeln. Das sieht eine neue Förderrichtlinie des Wirtschaftsministeriums vor. Demnach können die Kommunen als Baulastträger bis zu 80 Prozent gefördert bekommen. Der Rest ist Eigenanteil.

Der Landestourismusverband Brandenburg (LTV) ruft die Landkreise daher auf, überzeugende und nachhaltige Konzepte für die Modernisierung und Instandhaltung der Fernradwege auf den Tisch zu legen und die neuen Fördermöglichkeiten abzurufen. "Hier sollten alle Beteiligten schnell handeln, schließlich sind moderne Radwege immens wichtig für Brandenburgs Tourismus", sagt LTV-Geschäftsführer Peter Krause.

Der Oberspreewald-Lausitz-Kreis ist in Abstimmung mit der Energieregion Lausitz-Spreewald und den Kommunen gerade dabei, einen Förderantrag vorzubereiten. Das bestätigt der Tourismus-Verantwortliche beim Landkreis, Jens Bergmann. Welche Teile der insgesamt sechs Fernradwege im Kreis (siehe Extra text) in den Antrag mit aufgenommen werden, sei aber noch nicht abschließend geklärt. Unklar sei auch noch der finanzielle Umfang. Der Antrag soll aber noch in diesem Jahr gestellt werden. Den aktuellen Zustand des insgesamt 650 Kilometer langen Radwegenetzes im Kreis bewertet Bergmann als grundsätzlich gut - wenngleich es freilich auch Wege mit Schäden gebe.

Die letzte umfangreiche Messung mit Kameras und Sensorensystem sei im Jahr 2013 erfolgt. Auch die beiden Tourismusverbände bekämen eher selten Kritik über den Zustand der Wege. Beanstandungen gebe es dennoch, zum Beispiel über Vandalismus oder eine schlechte Ausschilderung, sagt Kathrin Winkler. Die Radwege im Lausitzer Seenland hätten den Vorteil, dass sie als Wirtschaftswege von der LMBV angelegt worden und so in einem guten Zustand sind. Das betreffe vor allem die Wege an den Seen, wo es momentan keinen Handlungsdruck gebe. Das heiße aber nicht, dass man sich deshalb zurücklehnen könne.

Das Förderprogramm des Landes begrüßen beide Verbände ausdrücklich. "Ich finde das großartig, dass investiert wird", sagt Spreewald-Vermarkterin Annette Ernst. Auch Kathrin Winkler befürwortet das Vorhaben. Sie erhofft sich, dass die bisher nicht berücksichtigte Seenland-Route auch in das Förderprogramm mit aufgenommen wird.

Eine bloße Sanierung der Radwege fördert das Land mit der neuen Richtlinie allerdings nicht. Die von der Landesinvestitionsbank Brandenburg ausgereichten Zuschüsse müssen für Maßnahmen ausgegeben werden, die innovativen und modernisierenden Charakter haben. Gefördert werden beispielsweise Wurzelsperren inklusive einer Oberflächenerneuerung, zusätzliche Rastplätze und Informationstafeln, die aktuellen Qualitätsstandards entsprechen, Knotenpunktwegweiser, aber auch Lückenschlüsse, Verlegungen und Verbreiterungen der Radwege.