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Oberspreewald-Lausitz
Krankenstands-Kurve steigt an

FOTO: Budich
Senftenberg. Der Krankenstand und damit die Ausfalltage sind im Landkreis Oberspreewald-Lausitz 2016 leicht gestiegen. Mit 5,1 Prozent hatte die Region zwischen Lübbenau und Ortrand auch einen höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt in Brandenburg. Andrea Budich

Das ist das Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports 2016, der in dieser Woche in Senftenberg vorgestellt wurde.

An jedem Tag des Jahres waren somit im Landkreis von 1000 Arbeitnehmern 51 krankgeschrieben. Der niedrigste Krankenstand in Brandenburg wird mit 4,3 Prozent in der kreisfreien Stadt Cottbus verzeichnet.

Beim Ranking der Diagnosen gibt es an der Spitze nichts Neues. Rücken, Bandscheiben und Knieprobleme beschäftigen die Ärzte am meisten. Jeder vierte Ausfalltag wurde im Landkreis von Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. Was jedoch auffällt, ist der deutliche Zuwachs bei Rückenschmerzen und Co. Um 29 Prozent angewachsen, rangiert diese Diagnose unangefochten auf Platz eins.

Deutlich weniger Krankenscheine mussten indes wegen Erkältungen, Bronchitis oder Mandelentzündungen ausgestellt werden. Mit einem Anteil von 13,8 Prozent am gesamten Krankenstand belegen die Atemwegserkrankungen Platz zwei. Psychische Erkrankungen, zu denen Depressionen und Angstzustände gehören, folgen auf Rang drei. Hier gab es ebenfalls einen starken Rückgang der Fehltage um 23 Prozent. Weiter auf dem Vormarsch sind im Landkreis Krebserkrankungen, die laut der DAK-Studie bereits auf Platz fünf gerückt sind. Gut- und bösartige Tumore werden damit in der Region weitaus häufiger diagnostiziert als im Landesdurchschnitt.

Den höchsten Krankenstand weisen im Landkreis das verarbeitende Gewerbe sowie die öffentlichen Verwaltungen mit jeweils 5,4 Prozent auf. Ausgerechnet Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen rangieren bei den Krankschreibungen im Landkreis auf Plazt drei.

Der Gesundheitsreport belegt auch eine starke Zunahme von Schlafstörungen. Mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen in Brandenburg berichten demnach von Schlafproblemen. Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 64 Prozent an. Schwere Schlafstörungen haben sich seit 2010 sogar mehr als verdoppelt.

Die DAK-Analyse für Brandenburg zeigt, dass sich dieser Trend auch bei den Krankmeldungen auswirkt. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen haben sich in den vergangenen Jahren auf jetzt 3,8 Tage je 100 Versicherte verdoppelt. Ursache für Schlafprobleme sind unter anderem die Arbeitsbedingungen. Wer zum Beispiel häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko, schwere Schlafstörungen zu entwickeln. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten als Risikofaktoren. Viele Arbeitnehmer in Brandenburg sorgen aber auch selbst für einen schlechten Schlaf. "Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen", mahnt Annett Koßmann, die Beschwerden ernst zu nehmen.

Zum Thema:
Den ersten Gesundheitsbericht der DAK gab es 1999. Die DAK hat nach eigenen Angaben in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz jeweils rund 11 000 Versicherte.