ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:13 Uhr

Volle Auftragsbücher treiben Preise nach oben
Kosten für Brückenneubau verdreifachen sich

Die Radwegbrücke an der Steigerstraße in Senftenberg wird abgerissen und neu gebaut.
Die Radwegbrücke an der Steigerstraße in Senftenberg wird abgerissen und neu gebaut. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Der Ersatz für die Radwegbrücke an der Steigerstraße in Senftenberg verschlingt rund eine Million Euro. Von Jan Augustin

Die marode Radwegbrücke an der Senftenberger Steigerstraße kann endlich neu gebaut werden. Nach monatelanger Suche hat die Stadtverordnetenversammlung jetzt den Zuschlag für den Auftrag an eine Baufirma aus Schwarzheide gegeben. Der Ersatzneubau wird voraussichtlich mit rund einer Million Euro ins Kontor schlagen - damit verdreifachen sich die Kosten im Vergleich zu den ersten Planungen. Hauptgrund für die enorme Preissteigerung sind die vollen Auftragsbücher der Bauunternehmen. Der von der Stadt zu stemmende Eigen­anteil liegt bei etwa 250 000 Euro, erklärt der Chef des Straßen- und Tiefbauamtes Frank Hellmund. Den Bärenanteil wird das Land Brandenburg übernehmen. Los gehen sollen die Bauarbeiten im Herbst mit dem Abriss. Im Frühjahr 2019, so ist der Grobplan, soll dann das neue Bauwerk einschweben und eingesetzt werden, sodass die über die Schwarze Elster führende Brücke ab der neuen Sommersaison wieder genutzt werden kann.

Nach erfolgter Planung für den Ersatzneubau wurde die Leistung erstmals vor einem Jahr ausgeschrieben. Das Ergebnis: Die Angebote waren mehr als 50 Prozent teurer als noch ein Jahr zuvor. Die Stadt hat daraufhin weiter bei öffentlichen Auftraggebern der Bahn, des Landes und des Bundes gesucht, aber nichts gefunden. Die Ausschreibung wurde damals aufgehoben und Anfang dieses Jahres erneuert.

Wegen des schlechten Zustandes der Brückenträger und kraftübertragender Bauteile war die Brücke, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger vorgesehen ist, in den vergangenen beiden Wintern gesperrt worden. Denn der Brückenprüfer hatte klar gemacht: Bei niedrigen Temperaturen unter null Grad Celsius ist ein Materialversagen nicht auszuschließen. Im Ernstfall könnte das Mittelteil des Brückenüberbaus plötzlich in die Schwarze Elster stürzen. Zwischen den großen Elster-Brücken am Steindamm in Senftenberg und der Kreisstraße nach Niemtsch wird der Fluss noch von vier Bauwerken in Stadthand überspannt, die fußläufig und mit dem Rad nutzbar sind.