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Kostebrau erwartet Finanzspritze für das Dorfzentrum

Generationen arbeiten im Ehrenamt unter einem Dach.
Generationen arbeiten im Ehrenamt unter einem Dach. FOTO: Taubert
Lauchhammer. Für den Umbau des Mehrzweckhauses in Kostebrau rollen Fördergelder an. Das bestätigt Michael Franke, Geschäftsstellenleiter des Regionalmanagements für die Energieregion im Lausitzer Seenland. Kathleen Weser

Das Fördergebiet erfasst den ländlichen Raum zwischen Altdöbern und Jannowitz. Und Jörg Vogelsänger (SPD), der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, wird in wenigen Tagen höchstselbst mit dem Förderbescheid in Lauchhammer erwartet.

Das Ortsteilzentrum in Kostebrau soll energetisch saniert und auch barrierefrei gemacht werden. Mit etwa 600 000 Euro beziffert die Stadt Lauchhammer die Kosten. Die Finanzspritze, die aus dem europäischen Fördertopf für die ländliche Entwicklung beantragt worden ist, ist etwa 450 000 Euro schwer.

Die alte Schule und der Kindergarten werden von Vereinen rege genutzt. Diese haben die Räume in den Gebäuden zum großen Teil in Eigenregie liebevoll renoviert. Um hier aber dauerhaft weiter soziale Kontakte und dörfliche Traditionen pflegen und die Heimatverbundenheit der Generationen stärken zu können, muss jetzt auch in die Hülle kräftig investiert werden.

Wöchentlich halten fliegende Händler an der alten Schule, um auch in der Mobilität eingeschränkte ältere Mitbürger mit Waren des täglichen Bedarfs und regionalen Produkten zu versorgen. Für den nützlichen Treffpunkt hat der Seniorenklub maßgeblich mit gesorgt. Das Mehrzweckhaus ist zudem ausgewiesener Standort für den Evakuierungsfall des "Hauses am Wiesengrund". Dieses betreut mehrfach chronisch beeinträchtigte Abhängigkeitskranke.

Für den Freizeitspaß und als Ort für Gespräche ist das Haus im Dorf der zentrale Punkt. Und es wird auch von Gästen aus den Nachbardörfern gern angesteuert. Denn Kunstabende und Ausstellungen locken immer wieder. Die Mitglieder des rührigen Kultur- und Heimatvereins Kostebrau betreuen die Gäste während der Veranstaltungen liebevoll, auch kulinarisch. Frisch gebackener Kuchen und auch Honig vom dorfeigenen Imker gehören zum Angebot.

Der alte Schulhof wird für Freiluftveranstaltungen genutzt. Das Mehrzweckhaus liegt auch am Radweg, der künftig über Kostebrau zum Bergheider See mit dem Besucherbergwerk F 60 führen soll. Dafür soll ein Zentrum des Fahrradtourismus integriert werden.

Die Stadt Lauchhammer hat gemeinsam mit den Kostebrauern ein tragfähiges Konzept mit vielen guten Gründen für eine Förderung erarbeitet. Das Landesgeld wird dringend erwartet, damit das hübsche Bergdorf weiter entwickelt werden kann.

Zum Thema:
Die in Kostebrau (Stadt Lauchhammer) bestehenden Vereine haben insgesamt 251 Mitglieder. Das ist mehr als die Hälfte der Einwohner. Generationen arbeiten unter dem Dach des Mehrzweckhauses. Der Jugendklub und der Seniorenklub sind im Gebäude untergebracht. Ausstellungen des Heimatvereines beleben das Haus. In der Mehrzweckhalle wird eifrig trainiert, aber auch beraten und gefeiert.