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| 15:33 Uhr

Lkw-Lärm am Koschenberg
Koschenberg-Brummis der Ortslage verwiesen

Der Steinbruch Großkoschen ist über eine Ortsumfahrung zu erreichen. Die lkw-Fahrer aber wählen die Abkürzung durch das Dorf.
Der Steinbruch Großkoschen ist über eine Ortsumfahrung zu erreichen. Die lkw-Fahrer aber wählen die Abkürzung durch das Dorf. FOTO: Rasche
Großkoschen. Um die Großkoschener und ihre Urlauber zu schützen, sollen Lkw von und zum Koschenberg nur noch die Ortsumfahrung nutzen. Der Betreiber des Steinbruchs appelliert jetzt an die Fuhrunternehmen. Von Torsten Richter-Zippack

Großkoschen Anwohner an Autobahnen, Bundesstraßen und in größeren Städten kennen die Geräusche, wenn frühmorgens die ersten Lkw vor ihren Häusern vorbei donnern. Doch auch im Urlauberort Großkoschen ist den Einheimischen das Klappern und Scheppern besonders leerer Hänger nicht fremd. Denn schon früh beizeiten, so sagt Ortsvorsteher Lothar Berg, seien die Brummis durch sein Dorf unterwegs. Die meisten kämen aus Richtung Senftenberg, fahren durch den rund 1000 Einwohner zählenden Ort, um das Steinwerk am Koschenberg zu erreichen. Dort wird die gewonnene Grauwacke geladen, und anschließend geht es erneut durch das Dorf zurück zur nahen Bundesstraße 96. Besonders betroffen, erklärt Lothar Berg, seien neben der Straße Am Mühlgraben und der Dresdener Straße der Kreisel in der Ortsmitte und die direkt zum Steinwerk führende Bergstraße.

Das Thema sei bereits seit langer Zeit bekannt. Schon im Jahr 1996 war die Umfahrung freigegeben worden, die direkt von der B 96 quer durch den Wald und um den Koschenberg herum zum Steinwerk führt. Doch viele Brummifahrer nutzen die Abkürzung durch das Dorf. Und lassen damit die Nächte vieler Koschener vorzeitig enden. Nebenbei, so weiß Lothar Berg aus Erfahrung, habe der neue Kreisel in der Ortsmitte schon Schäden erlitten.

Aus diesem Grund hat sich jetzt die Vertriebsgesellschaft der den Steinbruch betreibenden Basalt AG mit einem Schreiben an ihre Fuhrunternehmen gewandt. Darin wird angemahnt, dass die Lkw-Fahrer nicht die Ortsdurchfahrt Großkoschen, sondern die eigens für den Steinbruch errichtete Umgehungsstraße nutzen sollten. Weiter heißt es: „Die Ortslage Großkoschen ist zwar prinzipiell nicht für Lkw gesperrt, sollte aber weitestgehend vom Schwerverkehr freigehalten werden. Versetzen Sie sich bitte in die Lage der Anwohner und zahlreicher Gäste, die dem Lärm und Staub sowie den Gefahren der Lkw ausgesetzt sind.“ Besonders betroffen sei die Bergstraße, da sich dort die Fahrbahn in einem schlechten Zustand präsentiere sowie Fuß- und Radwege komplett fehlten. Sollte es zu einer weiteren Überstrapazierung der Großkoschener Ortsdurchfahrt kommen, könne dies unter Umständen zu einem vollständigen Fahrverbot für Lkw oder zu baulichen Einengungen der Fahrbahn führen. Über die Sachlage seien auch polnische Fuhrunternehmen informiert worden.

Matthias Zeipert von der Basalt AG sagt, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der Lkw durch Großkoschen fahre. Dennoch sei es in jüngster Zeit zu Hinweisen von Anwohnern gekommen. Denen gehe das Unternehmen nach. Lothar Berg erklärt, dass der Ort und die Basalt AG bezüglich des Lkw-Durchgangsverkehrs in einem Boot säßen und das gleiche erreichen wollten. Gleichzeitig fordert der Ortsvorsteher auch die Zulieferer des Familienparks am Senftenberger See auf, für ihre Touren die Ortsumfahrung zu nutzen. Das Urlauberdomizil befindet sich nur einen Steinwurf vom Koschenberg entfernt.