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| 17:40 Uhr

19 000 Besucher beim Fahrsicherheitstag auf dem Lausitzring
Kopfüber im Überschlagssimulator

Die Verkehrswacht aus Cottbus war mit einem Überschlagssimulator auf dem Lausitzring zu Gast. Sindy Wolf aus Dresden probierte unter fachmännischer Anleitung, wie man sich aus solch einer komplizierten Situation befreit.
Die Verkehrswacht aus Cottbus war mit einem Überschlagssimulator auf dem Lausitzring zu Gast. Sindy Wolf aus Dresden probierte unter fachmännischer Anleitung, wie man sich aus solch einer komplizierten Situation befreit. FOTO: Peter Aswendt
Klettwitz. Dekra landet einen Volltreffer. 19 000 Besucher bei der  Premiere der Verkehrssicherheitstage mit Herbstfest auf dem Lausitzring. E-Mobilität und Mitfahraktionen sind die Renner. Von Peter Aswendt

Wieder eine Premiere auf dem Test- und Motorsportareal unter neuer Dekra-Flagge. Viele der bis dahin traditionellen Oktoberfestbesucher strömten am Wochenende  voller Neugier auf den Lausitzring. Gespannt, wie das neue Veranstaltungsformat ankommt, waren auch die Organisatoren vom Dekra Technology Center in Klettwitz.

Um es vorwegzunehmen: Es war ein voller Erfolg. Schon am Samstagvormittag füllten sich die Parkplätze zunehmend. Shuttlebusse brachten die Gäste auf die Anlage und dann weiter zu den Aktionsbereichen. „Meine Runde ist knapp acht Kilometer lang. 25 bis 30 Runden werde ich bestimmt noch drehen“, lacht der freundliche Busfahrer Matthias Thamm, der auch bereitwillig den Fahrgästen Auskunft über die Aktionen gibt.

Zu den Attraktionen des Verkehrssicherheitstages zählten die original Rennsportboliden. Im Foto ein echter Nascar-Renner aus dem amerikanischen Winston Cup. Und im Vordergrund der Bennetton Formel 1, den unter anderem Jean Alesi fuhr.
Zu den Attraktionen des Verkehrssicherheitstages zählten die original Rennsportboliden. Im Foto ein echter Nascar-Renner aus dem amerikanischen Winston Cup. Und im Vordergrund der Bennetton Formel 1, den unter anderem Jean Alesi fuhr. FOTO: Peter Aswendt

Knapp 80 Aussteller und Partner zeigten alles rund um Fahrsicherheit, Automobilität und Motorsport. Zu kurz kommt auch nicht der  typische  Oktoberfest-Charakter. „Mit der neu konzipierten Veranstaltung setzten wir auch die Tradition des Oktoberfestes am Lausitzring fort“, erklärt Volker Noeske, Leiter des Dekra-Centers in Klettwitz. „Gleichzeitig legen wir den Schwerpunkt auf die Verkehrssicherheit und geben den Gästen die Möglichkeit dies hautnah zu erleben“, fügt er hinzu.

Im Fahrerlager standen motorsportliche Aktivitäten im Fokus.  So konnte man mit Einparkweltmeister Ronny Wechselberger einen Schleuderparcours als Beifahrer miterleben. Dabei war von Vorteil, wenn das Frühstück schon etwas zurücklag. „Man wird ganz schön im Auto hin- und hergeworfen bei diesen schnellen Richtungsänderungen“, lacht, noch etwas blass um die Nase, Vanessa Kubach aus Cottbus.

Sindy Wolf aus Dresden lies sich im Überschlagssimulator von der Verkehrswacht Cottbus auf den Kopf stellen. „Wir kommen mit den Kindern schon lange zum Oktoberfest, aber was diesmal geboten wird, ist beeindruckend“, erzählt sie, nachdem sie sich unter fachmännischer Anleitung aus der Kopfübersituation befreit hat.

Der Renner im wahrsten Sinne des Wortes waren auch die Mitfahrangebote auf der Grand-Prix-Strecke. Mit mehreren Audi R8 LMS war der Serienveranstalter des gleichnamigen Cups angereist und bot Mitfahrten in den 600-PS-Boliden an. Für die Besucher, für die Querbeschleunigungen, hartes Bremsen und quietschende Reifen nicht das Richtige sind, gab es eine beschauliche Busfahrt um die Rennstrecke.

Hinter der Haupttribüne kamen die Kirmesfans auf ihre Kosten. Vom Autoscooter bis zum Kettenkarussell und natürlich auch ein Festzelt, war alles vertreten, was ein erprobter Oktoberfestbesucher um diese Jahreszeit braucht. „Nach dem aufregenden Fahrerlager können wir jetzt den Kindern beim Karussellfahren zusehen und etwas verschnaufen“, lacht Familie Ringert aus Doberlug-Kirchhain.  Für die Größeren gab es am Abend mit der Liveband „Borderline“ dann echte Festzeltstimmung.

Auf dem Testoval des Dekra-Geländes kamen dann alle Besucher auf ihre Kosten, die neue Technologie und die Zukunft der Elektromobile testen wollten. Mit den Audi Q2 vom Audizentrum in Dresden konnten ambitionierte Fahrer das ABS-Verhalten auf verschiedenen Untergründen testen. „Wir stellen die Autos zur Verfügung und geben so jedem Besucher die Möglichkeit, das Auto, aber auch seine eigenen Fähigkeiten zu testen“, beschreibt Susanne Pehse vom Audi-Zentrum in Dresden die Aktion. Für Andreas Wendt, der mit seiner Frau extra aus Königs Wusterhausen angereist ist, eine willkommene Möglichkeit zum Test.

Zu einem besonderen Test ist Eric Schlau aus Chemnitz angereist. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten in Deutschland, das Tesla Model 3 auf der Rennstrecke zu testen. Eine davon ist hier auf dem Oval“, freut er sich. Überhaupt standen die Elektromobile verschiedener Hersteller nicht still. Ständig fuhren sie wieder auf das Testoval. „Das ist genau das, was wir wollen. Den Besuchern die technologischen Möglichkeiten nahebringen, an die sie sonst nicht ohne Weiteres gelangen können“, bestätigt Uwe Burckhardt vom Dekra Technology Center Klettwitz das Anliegen.

Auch die Fahrhilfen beim Offroadfahren beeindruckten die Besucher. „Es war ein tolles Erlebnis mit einem fünf Meter langen Fahrzeug einen Steilhang herunterzufahren. Das wäre ohne Fahrhilfe nicht möglich gewesen“, ist sich Roberto Sturm aus Elstra sicher.

Am Sonntag gab es neben Technologie und Motorsport auch wieder die klassische Radsternfahrt der Gemeinde Schipkau, die auf der Ziellinie der Grand-Prix-Strecke mit der schwarz-weiß karierten Flagge abgewunken wurde. Für die Veranstalter war es eine gelungene Premiere. „Wir sind sehr zufrieden und das Beziehen wir nicht nur auf das Wetter“, freut sich Uwe Burckhardt. „Das gesamte Jahr hat eigentlich unsere Erwartungen erfüllt, darauf lässt sich für das kommende Jahr aufbauen“, so sein Fazit.