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| 18:48 Uhr

Durchfahrtsverbot für den Transitverkehr in Allmosen und Klein Oßnig
Anders als die Wirtschaft lehnen Bürger den B 169-Kompromiss ab

Ein Durchgangsverbot für Lastzüge soll im ersten Quartal 2019 umgesetzt werden – mit ausgeklügelter Beschilderung, Polizeikontrollen und Monitoring.
Ein Durchgangsverbot für Lastzüge soll im ersten Quartal 2019 umgesetzt werden – mit ausgeklügelter Beschilderung, Polizeikontrollen und Monitoring. FOTO: LR
Das Durchfahrtsverbot für den Transitverkehr soll mit Monitoring, Kontrollen und richtiger Beschilderung Anfang 2019 umgesetzt werden. Von Jan Augustin

Die einen sagen ja – diese Lösung für die Bundesstraße 169 zwischen Klein Oßnig und Allmosen ist der richtige Weg, die anderen sind empört. Das vom Brandenburger Verkehrsministerium vorgestellte Durchgangsverbot für Fahrzeuge der Kategorie Lastzug stößt bei Betroffenen einerseits auf Ablehnung und auf zurückhaltende Zustimmung andererseits.

Der Plan, Stand jetzt: Ein Durchgangsverbot für Lastzüge wird im ersten Quartal 2019 umgesetzt – mit einer ausgeklügelten Beschilderung, Polizeikontrollen, für die noch die richtigen Standorte gesucht werden, und einem Monitoring. Das bestätigt Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) in einem Gespräch mit Medienvertretern im Haus der Lausitzer Rundschau. „Wir haben jetzt einen Kompromiss erarbeitet, bei dem wir die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft berücksichtigt haben.“ Demnach dürfen Lastzüge zwar von Cottbus bis maximal nach Allmosen fahren oder von Süden aus kommend bis Klein Oßnig. „Was aber nicht geht, ist Cottbus – Senftenberg oder andersherum“, stellt Schneider klar. Mit dieser Art Sackgassen-Variante sollen die großen Brummis mit Anhänger auf die Autobahnen geleitet beziehungsweise auf diesen gehalten werden. Lokaler Ziel- und Quellverkehr soll weiter möglich sein. Die neuen Verkehrsströme sollen genau unter die Lupe genommen werden. „Dann können wir schauen, ob es uns gelingt, die Grenzwerte einzuhalten.“

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider.
Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider. FOTO: dpa / Bernd Settnik

Aus Cottbuser Sicht ein entscheidender Punkt, da mit mehr Verkehr durch das ohnehin stark belastete Gallinchen zu rechnen ist. „Daher begrüßen wir es sehr, dass das Monitoring auf die Bundesstraße 97 ausgeweitet wird, um die Verkehrsströme im Blick zu haben“, sagt Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe. „Wir stehen aber hinter dem Kompromiss, erhoffen uns diesen Zusammenhalt auch, wenn es andere Probleme durch den Ausweichverkehr geben sollte.“

Dass eine Lkw-Vollsperrung erst einmal vom Tisch ist, ist grundsätzlich gut, meint Logistikunternehmer Jürgen Hampel. „Wir beißen in den sauren Apfel“, sagt er. Mit den Sperrungen der Ortsdurchfahrten werde jedoch ein falsches Signal gesetzt. Hampel fordert, dass die Planverfahren für Ortsumgehungen viel schneller angegangen werden. Die Spitzen der Unternehmensverbände klingen gemäßigter. „Die oberste Forderung der Wirtschaft ist damit erfüllt worden“, sagt Peter Kopf, Präsident der IHK Cottbus. Der Kompromiss bleibe trotzdem nur eine Zwischenlösung. „Zu einer konsequenten und weitsichtigen Verkehrsgestaltung gehören Ortsumfahrungen, aber auch der Ausbau einer leistungsfähigen Fernstrecke“, ergänzt Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus.

OSL-Landrat Siegurd Heinze sagt, dass alle Seiten aufeinander zugegangen seien und ein ausgewogenes Ergebnis entstanden sei. „Mit unterschiedlichen Wegen der Landkreise bei der Umsetzung verkehrsrechtlicher Anordnungen hätten wir Zeit gewonnen, aber das Vertrauen gegenüber Anliegern und Verkehrsteilnehmern der B169 verloren.“

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft B 169 (IG), Gerhard Düring, kann jedoch nur mit dem Kopf schütteln. „Wir sind der Meinung, dass das die Rechtsauffassung der Gerichte nicht widerspiegelt.“ Anwohner in Klein Oßnig und Allmosen hatten mehrere Urteile erstritten, dass sie vom Lkw-Verkehr auf der B 169 in ihrem Ort befreit. Der Verein hat den Vorschlag ohne einer Tonnagebegrenzung einstimmig abgelehnt. Er gehe davon aus, dass die Lärmgrenzwerte so nicht eingehalten werden können. Derzeit liegen diese klar drüber, tags und nachts – weit mehr als 1000 Lkw rollen täglich auf diesem Abschnitt.