Dicke Luft  im Ruhlander Stadtparlament, sehr ­dicke Luft. Die Fronten sind verhärtet, Eiszeit. Bei Eheleuten würde man sagen: Sie haben sich auseinandergelebt. Auslöser war der CDU-Zoff rund um den Rausschmiss eines Mitgliedes, der – wie sich am Ende herausstellte – nicht rechtens war. Dass die im Ehrenamt agierenden Abgeordneten vor finanziellen Haftungen  per Gesetz geschützt sind, ist richtig, hat aber im Streitfall Ruhland nicht dazu beigetragen, Wunden zu heilen. Insofern sind die 2383 Euro, die jetzt aus der Stadtkasse zu berappen sind, bitteres Lehrgeld für die Stadtverordneten.

Was aber noch viel schwerer wiegt als das Geld: Die gewählten Volksvertreter haben nach dem innerparteilichen Zoff fraktionsübergreifend nicht mehr zueinander gefunden. Das Zerwürfnis war am Montagabend zur besten Sendezeit live mitzuerleben, als selbst  die Standortsuche für eine gesponserte Bank nur mit Ach und Krach die parlamentarische Hürde nehmen konnte.