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| 12:27 Uhr

Premiere im Senftenberger Krankenhaus
Implantierter Herzmonitor erkennt Ursache für Schlaganfall

 Dr. Torsten K. Röpke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Klinikums Niederlausitz, liest bei seinem Patienten die EKG-Aufzeichnung des implantierten Mini-Herzmonitors aus.
Dr. Torsten K. Röpke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Klinikums Niederlausitz, liest bei seinem Patienten die EKG-Aufzeichnung des implantierten Mini-Herzmonitors aus. FOTO: Klinikum Niederlausitz / STEFFEN RASCHE
Senftenberg. Kardiologen haben erstmals im Krankenhaus Senftenberg vor wenigen Wochen einem 47-jährigen Schlaganfall-Patienten einen Mini-Herzmonitor implantiert. Dieser soll vor weiteren Anfällen warnen.

Pro Jahr ereignen sich in Deutschland rund 240 000 Schlaganfälle mit zum Teil gravierenden Langzeitfolgen für die Betroffenen. Rund 15 Prozent dieser Schlaganfälle haben ihre Ursache im Vorhofflimmern.

So war es auch bei Peter S. (Name geändert) aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz. „Bei ihm haben wir hier zum ersten Mal einen kleinen Herzmonitor für die lückenlose Überwachung der Herzaktivität implantiert. Bei der Nachsorge konnten wir Herzrhythmusstörungen nachweisen, die im Zusammenhang mit dem Schlaganfall stehen können und bei einem Langzeit-EKG unentdeckt blieben. Nun leiten wir entsprechende Maßnahmen ein, um weitere Schlaganfälle bei Herrn S. zu verhindern“, informiert Dr. Torsten K. Röpke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie, über das Verfahren.

Herzmonitor nur wenige Zentimeter groß

Der Mini-Herzmonitor sei nur wenige Zentimeter groß und werde über einen kleinen Schnitt auf der linken Brustseite unter die Haut gebracht. Hier messe er die elektrische Aktivität des Herzens und könne vom Kardiologen durch Auflegen eines Sensors auf die Brust oder über eine App ausgelesen werden.

 Nur wenige Zentimeter groß ist der implantierbare Herzmonitor, der die elektrische Aktivität des Herzens misst und sich auch mit einer App auslesen lässt.
Nur wenige Zentimeter groß ist der implantierbare Herzmonitor, der die elektrische Aktivität des Herzens misst und sich auch mit einer App auslesen lässt. FOTO: BIOTRONIK SE & Co. KG

„Wir erwarten viel von dem Verfahren. Neben der sicheren Arrhythmieerkennung ist die telemedizinische Betreuung ein großer Gewinn: Mit dem Biomonitor können wir die Herzaktivität unserer Patienten kontinuierlich im Blick behalten, unregelmäßige und seltene Herzrhythmusstörungen entdecken und so schnell reagieren“, erklärt der Kardiologe. Peter S. habe die Implantation des Monitors als unproblematisch erlebt: „Der Eingriff fand unter lokaler Betäubung statt und ging sehr schnell. Ich bin froh, dass die Ursache des Schlaganfalls jetzt gefunden wurde.“

Datenübertragung und Dokumentierung über App

Bis zu vier Jahre lang könne der implantierte Monitor den Herzschlag der Patienten überwachen, Arrhythmien aufzeichnen und telemedizinisch an den behandelnden Arzt übermitteln. Die so behandelten Patienten können wahrgenommene Symptome mit einer App über ein Smartphone dokumentieren und ihre telemedizinischen Datenübertragungen verfolgen, was auch das Selbstmanagement im Umgang mit der Erkrankung unterstützt, erläutert Chefarzt Torsten K. Röpke.

Erleidet ein Patient einen Schlaganfall, müsse unverzüglich gehandelt werden. Für Schlaganfallpatienten in der Lausitz stünden im Krankenhaus Senftenberg neueste Behandlungsverfahren zur Verfügung. Hier könne innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfallsymptome der Versuch unternommen werden, verschlossene Blutgefäße durch die Gabe von blutgerinnselauflösenden Medikamenten wieder zu eröffnen.

Schlaganfallpatienten im Klinikum Senftenberg sehr gut versorgt

„In der ‚Stroke Unit’ in Senftenberg werden Schlaganfallpatienten im Akutfall von Neurologen, Gefäßmedizinern und Kardiologen gemeinsam auf höchstem fachlichem Niveau versorgt“, versichert Klinikum-Sprecherin Kristin Dolk. Das Klinikum gehöre außerdem zum neurovaskulären Netzwerk Südbrandenburg-Ostsachsen. „Durch diese Kooperation können bei Patienten aus der Lausitz, bei denen ein embolischer Verschluss großer hirnversorgender Blutgefäße vorliegt, auch nach Ablauf der ersten viereinhalb Stunden Blutgerinnsel kathetergestützt entfernt und so die Durchblutung des Gehirns wieder hergestellt werden“, so Dolk.

(jag)