Von Andrea Budich

 Die 700 Beschäftigten aus der Nicht-Pflege des Klinikums Niederlausitz mit den beiden Krankenhäusern in Senftenberg und Lauchhammer stehen vor unsicheren Zeiten. Die im Herbst des Vorjahres von der Geschäftsführung  angekündigten Strukturveränderungen mit Ausgliederungsplänen für die Physiotherapeuten, Radiologieassistenten, Ergotherapeuten, das Küchenpersonal, Reinigungskräfte und Hausmeister sind nach gut fünf Monaten nicht vom Tisch.

Derzeit finden umfangreiche Prüf- und Bewertungsvorgänge unter Einbeziehung des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung statt. „Damit sind in der Folge auch gegebenenfalls unvermeidbare Strukturveränderungen verknüpft“, bestätigt Landkreis-Sprecherin Marlen Weser. Das Klinikum ist eine 100-prozentige Tochter des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Die Ausgliederungspläne waren daher auch Thema im Kreistag, wenngleich es bisher dazu noch keine Beschlüsse gibt.

Die Ausgliederungspläne sind während der derzeit laufenden Gespräche mit der Gewerkschaft verdi vorerst auf Eis gelegt. Das bestätigt Klinikum-Chef Hendrik Karpinski. Ein erster gemeinsamer Gesprächstermin hat am Mittwoch auf Initiative des Klinikums  stattgefunden.

Verhandelt werden soll über einen Notlage-Tarifvertrag. Das Klinikum hat vorgeschlagen, darin festzuschreiben, dass der im Vorjahr vertraglich gesicherte vierte Entgelt-Steigerungsschritt zum 1. Oktober 2019 (1,5 Prozent mehr) sowie das Weihnachtsgeld 2019 entfallen. Das vom Klinikum auf den Tisch gelegte Angebotspaket wird jetzt mit den Mitgliedern beraten und von Experten auf Bundesebene geprüft. Insbesondere sind sowohl ein Gutachten zur wirtschaftlichen Lage der Klinik sowie ein Sanierungsplan erforderlich.

„Eine Entscheidung, ob die Gewerkschaft Notlage-Tarifverhandlungen aufnimmt oder nicht, fällt Ende Mai“, erklärt Gewerkschaftssekretär Ralf Franke.