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| 12:04 Uhr

Rettungswesen
Zwei neue Rettungswachen sind geplant

 Im März 2018 ist der Grundstein für die neue Rettungswache in Senftenberg gelegt worden. 2020 wird dann in Klettwitz gebaut, ein Jahr später in Lauchhammer.
Im März 2018 ist der Grundstein für die neue Rettungswache in Senftenberg gelegt worden. 2020 wird dann in Klettwitz gebaut, ein Jahr später in Lauchhammer. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Notfall-Patienten sollen innerhalb von 15 Minuten erreicht werden. Die Senftenberger Wache hat das in der Vergangenheit nicht immer geschafft. Das will der Oberspreewald-Lausitz-Kreis mit zwei neuen Wachen jetzt ändern. Von Torsten Richter-Zippack

In Klettwitz und Lauchhammer sollen zwei komplett neue Rettungswachen entstehen. Die Umsetzung der beiden Vorhaben könnte bis zum Jahr 2021 vollendet sein. Das kündigt Landrat Siegurd Heinze (parteilos) an. Zunächst ist Klettwitz an der Reihe. In unmittelbarer Nähe zur dortigen Autobahnabfahrt soll für voraussichtlich 600 000 Euro eine neue Einrichtung errichtet werden. Heinze rechnet bereits im kommenden Jahr mit dem Baustart.

Erst kürzlich ist die neue Rettungswache im Senftenberger Gesundheitsspeicher in Betrieb gegangen. Die Investition schlägt nach Angaben des Gesundheitszentrums Niederlausitz als Bauherr mit rund 2,3 Millionen Euro zu Buche. Für den kompletten Gesundheitsspeicher in der ehemaligen Dampfmühle wird mit 6,5 Millionen Euro kalkuliert. Kritiker bemängeln, dass eine neue Rettungswache – statt wie jetzt zwei – völlig ausreichend gewesen wäre. Allerdings an einem anderen Standort. Ursprünglich war Hörlitz in der Diskussion. Die Fläche, die sich direkt an der B 169 erstreckt, befindet sich jedoch im Grenzbereich zum Bergbausanierungsgebiet. Mehr noch: „Letztendlich“, so sagt Landrat Heinze, „wäre es den Senftenbergern nicht zu vermitteln gewesen, die Rettungswache aus ihrer Stadt heraus zu verlegen.“

Hilfsfrist mit neuen Wachen machbar

Voraussetzung ist, dass die Notfall-Patienten innerhalb von 15 Minuten erreicht werden müssen. So schreibt es das Gesetz vor. Das sei mit der neuen Rettungswache in Senftenberg zumindest planerisch zwar machbar. Allerdings sorgen nicht beeinflussbare Faktoren, beispielsweise Wetter, Verkehrsführung und Verkehrsdichte, für Überschreitungen der 15-Minuten-Frist. Aus diesem Grund gibt der Gesetzgeber „nur“ eine 95-prozentige Hilfsfristerfüllung vor. Diese beziehe sich jedoch ausschließlich auf Orte, die an einer öffentlichen Straße liegen. Die Frist gelte hingegen nicht auf dem Radwegenetz, auf Wander- oder Wirtschaftswegen, im Wald, auf baulichen Anlagen (zum Beispiel Windräder), an Badestränden sowie in oberen Stockwerken von Wohnhäusern.

Senftenberger Wache schafft Hilfsfrist nicht immer

Die im Jahr 2015 vom Landkreis in Auftrag gegebene Hilfsfristenanalyse für den Rettungsdienst weist kreisweit für die Senftenberger Wache die höchste Zahl an Überschreitungen der Hilfsfrist auf. Allerdings relativiert sich dieser Fakt durch die Tatsache, dass Senftenberg die mit Abstand meisten Einsätze zu bewältigen hat. So rückten die Rettungswagen im vergangenen Jahr rund 4500 Mal aus.

Doch was geschieht, falls die Retter einen Patienten nicht innerhalb einer Viertelstunde erreichen und dieser deswegen verstirbt oder dauerhafte gesundheitliche Schäden davonträgt? „Dann wird Ursachenforschung betrieben“, erklärt Siegurd Heinze. Das betreffe beispielsweise mögliche Vorschäden. Sollten gegen den Landkreis Regressansprüche gestellt werden, trete der Kommunale Schadensausgleich ein. Es folgen eine rechtliche Prüfung und soweit zutreffend, Versicherungsschutz.

Neubau von Rettungswachen alternativlos

Um sämtliche Orte der Gemeinde Schipkau schnellstmöglich zu erreichen, sei der Neubau in Klettwitz unumgänglich. Landrat Heinze bezeichnet dieses Vorhaben keineswegs als Senftenberger „Außenstelle“, sondern als vollwertige Rettungswache, die dann in erster Linie die Orte entlang der Pößnitz abdecke, durchaus aber auch die grenznahen Bereiche des Elbe-Elster-Kreises versorgen könne.

Während im kommenden Jahr die neue Rettungswache in Klettwitz gebaut werden soll, befindet sich dann die nächste bereits in der Planung. Da der jetzige Zustand der Wache in Lauchhammer nicht mehr zeitgemäß ist, soll auch in der Kunstgussstadt neu gebaut werden. „Die Standortentscheidung fällt bereits diesen September“, gibt Heinze die Marschrichtung vor. Auf jeden Fall werde sich die Wache im nahen Umkreis des dortigen Klinikums befinden. Aktuell gibt es im Oberspreewald-Lausitz-Kreis sieben Rettungswachen. Welche im Notfall in Anspruch genommen wird, entscheidet die Leitstelle Lausitz in Cottbus.