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| 06:52 Uhr

Vestas soll Windräder bauen
Enercity investiert 45 Millionen Euro in neuen Windpark

 24 Meter misst der Durchmesser eines der insgesamt zehn geplanten neuen Windräder des niedersächsischen Unternehmens Enercity Erneuerbare GmbH auf der Klettwitzer Hochkippel. Am Donnerstag haben Geschäftsführer Ivo Grünhagen (l.) und der Schipkauer Bürgermeister Klaus Prietzel den Grundstein für die Auftaktanlage gelegt.
24 Meter misst der Durchmesser eines der insgesamt zehn geplanten neuen Windräder des niedersächsischen Unternehmens Enercity Erneuerbare GmbH auf der Klettwitzer Hochkippel. Am Donnerstag haben Geschäftsführer Ivo Grünhagen (l.) und der Schipkauer Bürgermeister Klaus Prietzel den Grundstein für die Auftaktanlage gelegt. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Klettwitz. Mit dem Bau von zehn weiteren Windrädern wird der Klettwitzer Windpark zu den größten seiner Art gehören. Das Unternehmen Enercity investiert dafür 45 Millionen Euro. Weitere Anlagen sind bereits geplant. Von Torsten Richter-Zippack

Vor genau 20 Jahren sind auf der Hochkippe westlich von Klettwitz die ersten Windräder erbaut worden. Im Jahr 1999 hatte die Geburtsstunde des Windparks Klettwitz geschlagen. Mittlerweile befinden sich dort 58 Windräder. Weitere zehn soll in den kommenden sechs Monaten hinzukommen. Der Grund: Das niedersächsische Unternehmen Enercity wird bis Februar 2020 in der weitläufigen Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Klettwitz einen neuen Windpark errichten. Nach Angaben von Ivo Grünhagen, Geschäftsführer der Enercity Erneuerbare GmbH, investieren die Norddeutschen dafür rund 45 Millionen Euro.

Strom für 37000 Haushalte

Die neuen Windräder mit einer Nabenhöhe von 141,5 Metern werden die bisherigen um mehr als 35 Meter überragen. Und sie sind leistungsfähiger. „Wir installieren hier eine Leistung von 33 Megawatt“, kündigt Grünhagen an. „Mit den prognostizierten 140 Millionen Kilowattstunden pro Jahr wird Strom für rund 37 000 Haushalte erzeugt.“ Zum Vergleich: Die Gemeinde Schipkau verfügt nach Angaben von Bauamtsleiter Martin Konzag um die 2700 Haushalte.

Zwar lobt Enercity die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Kommunen vor Ort, auf Schipkauer Gebiet entstehen acht, auf dem Lauchhammeraner Areal zwei Windkraftanlagen. Doch dennoch sei es sehr schwer, heutzutage solche Projekte umzusetzen. So habe die Planung für die zehn neuen Windräder bereits vor sieben Jahren begonnen. „Die entsprechenden Behörden benötigen mehr Personal. Außerdem sind immer mehr Gutachten und Nachweise vorzulegen. Nicht zuletzt gibt es viele Vorhabensverhinderer“, benennt Ivo Grünhagen die Hauptgründe.

Windräder bekommen 90 Meter tiefe Fundamente

Anspruchsvoll sei die Errichtung der Anlagen auf dem Kippenland. Schließlich könnten die Sandböden in Verbindung mit dem Grundwasser in Bewegung geraten. Aus diesem Grund sichern bis zu 90 Meter tief vorgetriebene Gestänge und Bodenverdichtungen die mächtigen Fundamente.

Obwohl sein Unternehmen aus Niedersachsen stammt, setzt es auf die Lausitzer Wirtschaft. So werde das in Lauchhammer ansässige Unternehmen Vestas die Windanlagen bauen.Davon profitiert auch die Gemeinde Schipkau, wie Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) betont: „Viele unserer Einwohner sind bei Vestas beschäftigt.“ Gleichzeitig profitieren die Schipkauer bereits seit Jahren vom seit fünf Jahren bestehenden Bürgerstrommodell. So erhält jeder Haushalt regelmäßig eine bestimmte Geldsumme.

Weitere Windräder bei Kostebrau geplant

Indes planen die Enercity-Ingenieure bereits den nächsten Windpark in der Region. Weitere sieben Anlagen sollen im Randschlauch Kostebrau östlich des namensgebenden Ortes bis zum Jahr 2022 in Betrieb gehen.

Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie über 30 000 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von über 59 000 Megawatt. Brandenburg steht mit 3800 Anlagen mit 7081 Megawatt landesweit nach Niedersachsen an zweiter Stelle (Stand Ende 2018) Der Klettwitzer Windpark mit demnächst 68 terrestrischen Anlagen gehört zu den größten seiner Art in Deutschland.