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| 15:31 Uhr

Naturschützer in der Spur am Kleinleipischer See
Frösche und Kröten ziehen wegen Kanalbaus um

 Auch dieser Molch wurde von den Naturschützern des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg im Tagebau Kleinleipisch aufgelesen und umgesetzt.
Auch dieser Molch wurde von den Naturschützern des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg im Tagebau Kleinleipisch aufgelesen und umgesetzt. FOTO: Nabu Senftenberg
NABU Senftenberg zählt bei Kleinleipisch an einem Tag fast 1500 Tiere. Von Torsten Richter-Zippack

Vor genau 40 Jahren hatte der Tagebau Kleinleipisch nördlich des namensgebenden Ortes seine Endstellung erreicht, anno 1980 endete die Kohleförderung. Heute präsentiert sich an gleicher Stelle ein kleines Seenland mit einer reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt. Protagonisten des Naturschutzbundes Senftenberg (Nabu) haben im vergangenen Herbst im Zuge einer Baumaßnahme die Tiere gezählt und umgesetzt. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Amphibien.

Beobachtet wurden Frösche, Kröten und Molche nach Angaben von Beate Erler vom Nabu-Regionalverband Senftenberg an einem im Bau befindlichen Überleiter unweit des Restloches 131, dem Kleinleipischer See. Der Spitzenwert ist Ende Oktober erreicht worden. „An einem Tag sind rund 1250 Teichfrösche und 150 Laubfrösche gezählt worden“, sagt Beate Erler. Diese Zahlen seien vorher und nachher nie mehr annähernd erreicht worden. Über die Ursache dieser Massenwanderung lasse sich nur spekulieren. Kontrolliert wurde zwischen Mitte August und Ende November täglich um 10 Uhr immer am gleichen Ort. Besonderes Augenmerk legten die Naturschützer auf diverse Kröten- und Froscharten. Darüber hinaus wurden Käfer, Spinnen, Feldgrillen und sogar Gottesanbeterinnen, eine besonders streng geschützte Fangschreckenart, registriert. Der Nabu unterhält an der Zählstelle einen gut 1400 Meter langen Amphibienschutzzaun.

Diese Abgrenzung soll indes das Einwandern von Reptilien und Amphibien auf die Baustelle der Bergbausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) verhindern. In diesem Zusammenhang ist das Wasser, das für die Baumaßnahme abgelassen werden musste, auf maritime Lebewesen untersucht worden. Die dabei angetroffenen Tiere erfuhren ihre behutsame und fachgerechte Umsetzung in gleichwertige Lebensräume.

Hintergrund der Maßnahme bildet der Bau des rund 700 Meter langen Überleiters zwischen dem Kleinleipischer See und dem südlich davon befindlichen Koynesee, zwei mit Wasser gefüllten Tagebaurestlöchern. „Der Verbinder wird naturnah gestaltet“, kündigt LMBV-Sprecher Dr. Uwe Steinhuber an. So entstehen wechsel- und dauerfeuchte Bereiche sowie eine Insel für spezielle Offenlandarten. Ende 2019 soll die Baumaßnahme vollendet sein, kündigt Steinhuber an. Der im Bau befindliche Kanal ist Teil des geplanten, insgesamt 20,4 Kilometer langen im Bau befindlichen Ableitersystems zwischen dem Bergheider See und der Schwarzen Elster bei Plessa.