Von Daniel Roßbach

Trotz eines kurzen, späten Kälteschocks in der letzten Woche blüht es kurz vor Ostern in den Senftenberger Kleingärten.

Schon seit 1975 betreibt Rudolf Stein seinen Garten in einer Niemtscher Sparte, in deren Vorstand er sich auch engagiert. Lachend antwortet er auf die Frage, wie viel Zeit er in und mit seinem Garten zubringe, nur: „Jede Menge...“. Sobald der Frost nachlasse, sei er dort zu gange – in diesem Jahr schon im Februar. Seit er seinen Garten in der damals neuen Erweiterung der Sparte urbar gemacht hat, wachsen dort Obstbäume. Neu in diesem Jahr sind die Kaiserkronen, die, ganz biologisch, unschädlich und tierfreundlich, den Maulwurf aus dem Garten fernhalten sollen.

Seit fast genauso langer Zeit hegt und pflegt auch Gislea Kosack gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Gartenparzelle in Niemtsch, in der ein Magnolienbaum seine Blüte schon hinter sich hat. Allzu lange wollen die beiden ihren Garten aber nicht mehr betreiben, sagt sie: „Wir sind ja nun auch schon über 80.“ Die Zukunft ihres Gartens steht deshalb aber nicht in Frage. Der soll an die eigenen Kinder weitergegeben werden. Und „die haben auch schon Interesse daran bekundet“.

Während für manche ihre Zeit als Laubenpieper zu Ende geht, beginnt sie für andere erst. Zum Beispiel für eine sechsköpfige Familie, die gerade beginnt, eine im letzten Jahr übernommene Parzelle herzurichten. Weil es da viel zu tun und zu entsorgen gegeben habe, stand für sie seit November an fast jedem Wochenende Arbeit in dem Garten an. Dort sind mittlerweile neue Beete angelegt, in denen schon die ersten Erdbeeren wachsen. Welche Zierpflanzen dazu noch kommen sollen, steht noch nicht fest. Schließlich müssen zunächst die Quoten für den Anbau von Obst- und Gemüse erfüllt werden. Der Rahmengartenordnung des Landesverbandes Brandenburg der Gartenfreunde müssen diese Kulturen mindestens ein Drittel des Gartens einnehmen.

Daran, seinen Garten aufzugeben, denkt auch Klaus Jahwauk nicht. Der Senftenberger arbeitet an diesem Nachmittag stattdessen daran, den Teich für seine Goldfische zu säubern – und mit einem kleinen Zaun gegen Waschbären zu schützen. Bald soll sich im Seewasser des kleinen Teiches wieder ein natürliches Gleichgewicht einstellen.