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| 17:40 Uhr

Neue Ausstellung im Senftenberger Schloss
Kleine Barbies, große Schätze

Die beiden Ausstellungsmacherinnen Karin Schrey und Bettina Dorfmann besitzen mehr als 18 000 Barbies aus sechs Jahrzehnten. 300 von ihnen stellen sie jetzt im Schloss und Museum Senftenberg aus.
Die beiden Ausstellungsmacherinnen Karin Schrey und Bettina Dorfmann besitzen mehr als 18 000 Barbies aus sechs Jahrzehnten. 300 von ihnen stellen sie jetzt im Schloss und Museum Senftenberg aus. FOTO: Museum OSL
Senftenberg. 300 Kultpuppen aus sechs Jahrzehnten sind jetzt in der Ausstellung „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ im Senftenberger Schloss zu sehen. Von Josephine Japke

Sie ist Präsidentin, Bänkerin und Friseurin. Sie war als Archäologin und Pilotin in den entferntesten Winkeln der Welt und griff als Astronautin nach den Sternen. Und das alles, obwohl sie nur 29,2 Zentimeter groß ist. Seit fast 60 Jahren ist die „Barbie“ in beinahe jedem Kinderzimmer weltweit zu finden. Ab Samstag, den 24. März, präsentiert sie sich nun auch im Museum Schloss und Festung Senftenberg so facettenreich wie nie.

Mit 35 Umzugskartons reisten die beiden Ausstellungsmacherinnen Bettina Dorfmann und Karin Schrey an. Doch nur ein Bruchteil ihrer Kollektion brachten sie von Düsseldorf ins Seenland. „Ich besitze etwa 18 000 Barbies und stehe damit im Guinness Buch der Rekorde“, sagt Bettina Dorfmann mit einer Mischung aus Stolz und Verlegenheit. „Seit 24 Jahren sammle ich die Puppen. Die teuerste hat mich 8000 Euro gekostet“, erklärt sie.

14 Jahre sind die beiden Puppen-Expertinnen schon mit der Ausstellung „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ weltweit unterwegs und zeigen, dass die Barbie mehr ist als ein ungebildetes Modepüppchen. „Barbie war immer ein Abbild der Wirklichkeit der jeweiligen Epoche. Sie orientierte sich stets an den Berufen von Frauen, die in den letzten 60 Jahren erfolgreich waren“, erklärt Karin Schrey den Hintergrund der Ausstellung. Dazu gehören natürlich Pop-, Mode- und Filmstars. Aber eben auch die erste Astronautin der Welt, eine Präsidentschaftskandidatin, Sportlerinnen und Erfinderinnen.

„Dass Prinzessinnen, Feen und Models in Deutschland am häufigsten gekauft werden, liegt nicht daran, dass es keine anderen gibt - ganz im Gegenteil: Im Rest der Welt, sind die akademischen Barbies die beliebtesten. Es liegt daran, dass Eltern hierzulande ihren Kindern offenbar lieber diese Wunschfantasien präsentieren“, erklärt Karin Schrey. Dabei könne man mit keinem anderen Spielzeug die Heranwachsenden so gut auf die Realität vorbereiten und ihnen zeigen, was alles möglich ist.

Die neue Barbie-Ausstellung "Busy Girl - Barbie macht Karriere" im Museum Schloss und Festung Senftenberg läuft noch bis zum 1. Juli. Die über 300 Puppen aus sechs Jahrzehnten zeigen die berufliche Enwicklung und Emanzipation der Frau - und der Barbie.
Die neue Barbie-Ausstellung "Busy Girl - Barbie macht Karriere" im Museum Schloss und Festung Senftenberg läuft noch bis zum 1. Juli. Die über 300 Puppen aus sechs Jahrzehnten zeigen die berufliche Enwicklung und Emanzipation der Frau - und der Barbie. FOTO: Josephine Japke / LR

1945 gründeten das Ehepaar Ruth und Elliott Handler sowie Harold Matson die heutige Spielzeugfirma Mattel. Das Vorbild der Barbie war die Bild-Lilly, die erst gezeichnet in Werbung und Comics erfolgreich war und später als Puppe hergestellt wurde. Mattel kaufte die Rechte, modellierte zur Spielpuppe und nannte sie um: „Die Tochter der Handlers hieß Barbara, ihr Sohn übrigens Ken“, erklärt Bettina Dorfmann die Namen der Puppen. „Mattel hat schon seit den 60er Jahren versucht die Vielfalt von Schönheit zu präsentieren“, sagt die Expertin. Mittlerweile gibt es sie in acht Haut-, 23 Haar-, 18 Augenfarben und vier Körperformen.

Bettina Dorfmann hat als Kind selbst mit Barbies gespielt und davon geträumt ebenfalls einmal zu studieren, Ärztin, Pilotin oder Astronautin zu werden. Lange vergessen, hat sie die Puppen erst wieder vom Dachboden geholt, als ihre Tochter im richtigen Alter war. Neue Barbies kamen zu den alten dazu und irgendwann war die Sammlerei nicht mehr auszuhalten. „Dass ich einmal so viele besitzen und mit ihnen um die ganze Welt reisen würde, hätte ich auch nicht erwartet“, gesteht Bettina Dorfmann. Dass sie vor fast 20 Jahren auf Karin Schrey traf, die ihre Leidenschaft teilte, sei nur ein weiterer Glücksgriff gewesen.

„Barbies sind für mich so viel mehr als nur Ankleide- und Spielzeugpuppen. Sie sind meine Kindheit und ein Stück weit ein Vorbild“, sagt Karin Schrey. Fast jede Szene und jeder Wunsch ihres Lebens sei auch als Barbiepuppe erhältlich. „Sie ist sportlich, kreativ, fleißig und gebildet und deshalb eine Inspiration“, sagt sie begeistert. Aus Barbie-Hassern machen sich die beiden Frauen deshalb nicht viel. „Bis jetzt konnten wir jeden Kritiker, der glaubte die Barbie sei unemanzipiert, vom Gegenteil überzeugen“, schwört Karin Schrey.

Die Ausstellung „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ spielt auch mit Vorurteilen gegenüber der Puppe und versuchte diese aus der Welt zu schaffen.
Die Ausstellung „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ spielt auch mit Vorurteilen gegenüber der Puppe und versuchte diese aus der Welt zu schaffen. FOTO: Josephine Japke / LR