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Musik
„Kleeleipsch“ wird jetzt benotet

Raik (l.) und Eric Johne präsentieren die CD mit dem brandneuen Kleinleipischer Heimatlied, das anlässlich der 600-Jahr-Feier entstanden ist.
Raik (l.) und Eric Johne präsentieren die CD mit dem brandneuen Kleinleipischer Heimatlied, das anlässlich der 600-Jahr-Feier entstanden ist. FOTO: Richter-Zippack
Kleinleipisch. Die Kleinleipischer Ortsgeschichte gibt es jetzt als Heimatlied. Getextet und komponiert haben es Raik und Eric Johne. Normalerweise befasst sich das Vater-Sohn-Duo mit elektronischer Musik und Videospielen.

„Kleinleipisch, ich hänge an dir, du stolzes Dorf im Revier“. So lauten die ersten Zeilen des Refrains des brandneuen Heimatliedes. Geschrieben von Eric Johne aus Anlass der bevorstehenden 600-Jahr-Feier des rund 800 Einwohner zählenden Ortsteils von Lauchhammer. Der 16-jährige Kleinleipischer und Gymnasiast des Schwarzheider Emil-Fischer-Gymnasiums hat das komplette, vierstrophige Lied getextet. Darin ist von „edlem Bauernland“ die Rede, vom „Kleeleipscher Hopfen“, vom Bergbau und der Eingemeindung nach Lauchhammer. Die Einheimischen bezeichnen ihren Ort liebevoll als „Kleeleipsch“. Die entsprechenden Noten steuert Erics Vater Raik Johne bei. „Mit der ersten Version war ich allerdings nicht glücklich. Die war vom Stil her zu altbacken“, sagt Johne. Jetzt klinge das Kleinleipischer Heimatlied eher wie ein Popschlager. „Ähnlich wie die Flippers“, zieht Raik Johne einen prominenten Vergleich.

Demnächst wollen die Johnes ihr Werk dem Kleinleipischer Ortsbeirat präsentieren. Ortsvorsteher Rainer Winkler hatte im Namen des Festkomitees zu 600 Jahre Kleinleipisch das Heimatlied in Auftrag gegeben. „Klar sind wir schon mächtig gespannt, wie das Stück ankommt“, sagt Raik Johne. Die erste öffentliche Präsentation solle am 30. April anlässlich des Maibaumstellens auf dem Schulplatz erfolgen. Die eigentliche 600-Jahr-Feier sei für das zweite Juni-Wochenende geplant.

Raik und Eric Johne tragen indes beide das musikalische Gen. „Bereits meine Mutter hat früher öfter zum Akkordeon gegriffen“, sagt Raik Johne. Der heute 48-Jährige habe schon in der 1. Klasse mit dem Geige-Spielen begonnen, damals in der Lauchhammeraner Musikschule. „Und schon in der 8. Klasse stand für mich fest, dass ich Musiklehrer werden will.“ Eine spezielle musikalische Ausbildung durchlief der Kleinleipischer in Hoyerswerda. In der dortigen Lessing-Oberschule habe er im Jahr 1986 den bekannten Liedermacher Gerhard Gundermann kennen- und schätzengelernt. „Ein sehr imposanter Mensch. Mit ihm waren sehr tiefgründige Gespräche möglich“, erinnert sich Raik Johne. Bis heute erkenne der Kleinleipischer immer wieder neue Aspekte in Gundermanns Liedertexten.

Sein eigentliches Steckenpferd sei aber die elektronische Musik. Darüber hinaus fahre Johne im Zwickauer Kammerchor auf der klassischen Schiene. Einmal im Monat reise der Musiklehrer nach Südwestsachsen, um dort zu proben. „In Zwickau habe ich mein Lehramtsstudium durchlaufen. Daher kommen die Kontakte zustande“, erklärt Raik Johne.

Eric Johne ist der eher introvertierte Typ. Er hält sich meist im Hintergrund, komponiert ebenfalls selbst. Spezialisiert habe sich der 16-jährige Gymnasiast auf die Kreation von Videospielen sowie auf deren musikalische Untermalung. Gemeinsam mit einem Kumpel entwickle Johne gerade die entsprechenden Figuren. Die selbst geschriebene Musik reiche bereits für rund 100 Stunden. Wann gespielt werden kann, wisse Eric Johne indes noch nicht. „Das kann mehrere Jahre dauern.“ Allerdings wolle er das Projekt unbedingt während seiner kommenden Studienzeit vollendet. Dem Kleinleipischer schwebe aber keine musikalische Laufbahn vor, sondern eher ein Informatikstudium.

Indes arbeiten Vater und Sohn bereits an ihrem nächsten gemeinsamen Vorhaben. Obwohl jetzt gerade der Frühling Einzug hält, komponiert das Duo sein erstes Weihnachtslied. „Es ist aber kein Friede-Freude-Eierkuchen-Stück“, stellt Raik Johne klar. Und das Werk besitze eine ganz besondere Melodie. Nämlich die vom „Fahnenlied“ des bekannten Komponisten Klaus Schneider. Was die Kleinleipischer daraus gemacht haben, ist aber erst zum diesjährigen Weihnachtskonzert zum Jahresende zu erfahren. Doch zunächst geht es erst mal zur Vorstellung des Kleinleipisch-Liedes. „Wir hoffen sehr, dass es super ankommt“, sagt Raik Johne.