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| 20:59 Uhr

Amtsinhaber siegt deutlich
Prietzel gewinnt souverän in Schipkau

Erst wählen, dann Urlaub: Ramona und Michael Große geben am Sonntagmittag ihre Stimmen für die Bürgermeisterwahl in Schipkau und die Landratswahl ab. Danach ging‘s mit dem Wohnmobil an die Ostsee. Wahlhelferin Kathrin Goerke (r.) schaut, ob alles korrekt abläuft.
Erst wählen, dann Urlaub: Ramona und Michael Große geben am Sonntagmittag ihre Stimmen für die Bürgermeisterwahl in Schipkau und die Landratswahl ab. Danach ging‘s mit dem Wohnmobil an die Ostsee. Wahlhelferin Kathrin Goerke (r.) schaut, ob alles korrekt abläuft. FOTO: Jan Augustin / LR
Schipkau. Der Amtsinhaber hat das Rennen bei der Bürgermeisterwahl gemacht. Seine fünf Herausforderer ließ er deutlich hinter sich.

Mit großem Vorsprung hat Amtsinhaber Klaus Prietzel (CDU) die Bürgermeisterwahl in Schipkau gewonnen. Der 50-Jährige siegte mit 58,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,8 Prozent. Der erwartete Gang in die Stichwahl bleibt Klaus Prietzel mit diesem Ergebnis erspart. Abgeschlagen auf den Plätzen landeten seine fünf Herausforderer Ingo Hubatsch (AfD), Ringo Jünigk (Linke), Sven Irrgang (SPD), Cornelia Müller (patrteilos) und Steffen Fiebig (parteilos).

Wahlleiterin Ulrike Kurio ist mit dem Ablauf der Wahl zufrieden. „Es gab keine Zwischenfälle“, sagte sie am Abend nach der Auszählung und der Sitzung des Wahlausschusses, der die Wahl für gültig erklärte. Es habe keine Beanstandungen oder Unzulänglichkeiten gegeben. „Die Zahlen stimmen auch“, sagte sie.

Ihre Stimmen abgegeben hatten zur Mittagsstunde auch Ramona (60) und Michael Große (62) aus Schipkau. Hinter welche Namen sie ihre Kreuze gesetzt haben, wollten sie nicht verraten. Nur so viel: „Ich habe die Leute meines Vertrauens gewählt. Unsere Stimmen abzugeben, war uns wichtig“, betonte die ehemalige Verwaltungsmitarbeiterin Ramona Große. Über die Kandidaten hat sich das Ehepaar bei Versammlungen und Bürgersprechstunden informiert. „Ich habe es in der LR gelesen. Dort habe ich die Entwicklungen verfolgt“, sagte Michael Große. Eines der wichtigsten Themen für das Ehepaar ist die Generationenbetreuung, egal ob für Kinder und Jugendliche oder für Senioren. „So, dass sie nicht das Gefühl haben, zurückgelassen zu werden.“ Sie selbst seien „sehr zufrieden“ mit ihrem Leben in Schipkau. Den Wahlsonntag haben sie aber woanders ausklingen lassen. Mit dem Wohnmobil machten sich die Großes nach dem Urnengang in Richtung Norden auf, wo sie sich ein idyllisches Plätzchen an der Ostsee gesucht haben.

Schön kann es aber auch auf dem Balkon der eigenen Wohnung in Schipkau sein. Dort haben Edelgard (75) und Jürgen Gosczak (75) nach der Wahl den Rest des sommerlichen Superwahl-Sonntages genossen. Über das Wahlprogramm und die Ansichten der Kandidaten hat sich das Ehepaar in der Zeitung und durch diverse Werbeflyer erkundigt. Überzeugt haben aus ihrer Sicht die Kandidaten der Linken, hinter deren Bewerbern sie auch ihr Kreuz gemacht haben, sagte Edelgard Gosczak offen. Sie wünscht sich, „dass mehr für die Kinder und Jugendlichen getan wird“. Vor allem müsse es mehr Freizeit- und Kulturangebote geben. „Wir selbst können nicht meckern“, sagte sie. Der bis zum letzten Tag heiß geführte Wahlkampf in der Gemeinde sei an Edelgard Gosczak abgeprallt. „Ich lasse mich nicht verrückt machen. Ich habe meine eigene Meinung.“

Das Schipkauer Wahlkampf-Finale hatte es in sich. Für Aufregung sorgte ein Werbeblatt von Amtsinhaber Klaus Prietzel, auf dem sich die Ortsvorsteher und die Vorsitzende der Gemeindevertretung für die Wiederwahl ihres Bürgermeisters aussprachen. Die Wahlwerbung war nicht nur gemeinsam von den drei Kandidaten Cornelia Müller, Ringo Jünigk und Sven Irrgang kritisiert worden. „Diese unerlaubte Wählerbeeinflussung stellt die Zulässigkeit des Wahlergebnisses in Frage, so dass mit möglichen Wahleinsprüchen zu rechnen ist“, kündigten die Verfasser und Mitbewerber schon vor dem Wahltag an. Sie sprachen von einer „unzulässigen Wählerbeeinflussung“ – und lagen damit offenbar nicht falsch. Denn auch die Kommunalaufsicht des Landkreises rügte das Faltblatt und untersagte die Wahlwerbung der Ortsvorsteher und der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, egal ob für oder gegen einen Kandidaten.

In der Stadt Boppard (Rheinland-Pfalz) hatte ein ähnlicher Fall sogar zu einer Neuwahl geführt. In seiner Urteilsbegründung hatte das Verwaltungsgericht Koblenz darauf hingewiesen, dass es staatlichen und gemeindlichen Organen untersagt sei, Wahlbewerber in amtlicher Funktion zu unterstützen.