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| 18:04 Uhr

„LR vor Ort“ in Senftenberg
Vorfreude und Tatendrang am Seeufer

 Bei herrlichstem Wetter fand am Donnerstag „LR vor Ort“ am Senftenberger Stadthafen statt: Als Gesprächspartner konnte Moderator Jan Augustin (r.) Michael Matthes und Uwe Steinhuber von der LMBV, Hafenmeisterin Ulrike Herrmann und Zweckverbandsvorsteher Detlev Wurzler (stehend v.l.n.r.) begrüßen.
Bei herrlichstem Wetter fand am Donnerstag „LR vor Ort“ am Senftenberger Stadthafen statt: Als Gesprächspartner konnte Moderator Jan Augustin (r.) Michael Matthes und Uwe Steinhuber von der LMBV, Hafenmeisterin Ulrike Herrmann und Zweckverbandsvorsteher Detlev Wurzler (stehend v.l.n.r.) begrüßen. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Senftenberg. Klare Aussage bei „LR vor Ort“ am Stadthafen Senftenberg: Am 1. April geht der See für Wassersport und Erholung auf. Von Catrin Würz

Wettergott Petrus muss RUNDSCHAU-Leser sein: Denn pünktlich zu „LR vor Ort“ am Donnerstagnachmittag am Senftenberger Stadthafen lässt er die Sonne im Supermodus vom stahlblauen Himmel strahlen. Bei 17 Grad Lufttemperatur fallen die ersten Hüllen in Form von Jacken. Auf den Sitzbänken am Seeufer ist kaum ein freies Plätzchen zu finden. Auch die zeitweise bis zu 50 Teilnehmer an der „LR vor Ort“- Gesprächsrunde genießen am Rand des Hafenbeckens schon mal das herr­liche Urlaubsfluidum. Denn bis zum offiziellen Startschuss für die neue Tourismussaison sind es ja nur noch ein paar wenige Tage. „So ist es doch?“, hakt RUNDSCHAU-Reporter und Moderator Jan Augustin bei seinen vier Gesprächspartnern vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) und von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) nach.

LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes und Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber können – allen Unkenrufen zum Trotz – entspannt ­nicken. Ja, es sei für die Bergbausanierer ein großer Kraftakt, nach der Inselrutschung vom Herbst 2018 die notwendig gewordenen Sicherungsarbeiten in dieser kurzen Zeitspanne zu planen, genehmigt zu bekommen und zu realisieren. Seit Anfang Januar arbeite man mit Hochdruck an dem Saugspülverfahren, mit dem die gefährlichen Schüttrippen im Unter-Wasser-Bereich abgetragen werden sollen. „Seit Anfang Februar ist sogar noch ein zweites Unternehmen aus dem mitteldeutschen Revier auf dem See im Einsatz“, bestätigt Michael Matthes. Bis zum 30. März werde man mit der Technik fast Tag und Nacht arbeiten, auch an den Wochenenden. „Definitiv werden wir aber Ende März die Schwimmbagger vom See holen und am Vormittag des 1. April die Betreten-verboten-Schilder abbauen.“ Das Austonnen der Wasserfläche soll in der kommenden Woche beginnen. „Der See wird pünktlich am 1. April für die Nutzung freigegeben“, lässt auch Uwe Steinhuber an diesem Fakt keinen Zweifel.

 Für die LR-Leser hatten die LMBV-Vertreter grafische Darstellungen vom Sanierungsverfahren mitgebracht. Dies wurde durch die Reihen gereicht.
Für die LR-Leser hatten die LMBV-Vertreter grafische Darstellungen vom Sanierungsverfahren mitgebracht. Dies wurde durch die Reihen gereicht. FOTO: LR / Catrin Würz

Auf diese klare Zusage setzt der LSB-Zweckverbandsvorsteher Detlev Wurzler. Der Verband startet als Betreiber von Familienpark, Hafencamp, Stadthafen, Strandhotel und zwei Campingplätzen nun wieder in die touristische Saison. Dafür sind die Vorbereitungen längst im Gange. Und für die Gäste sei es sehr wichtig, dass ab 1. April wieder Boote auf dem See fahren und die Strände und Badestellen genutzt werden können. Die Fahrgastschifffahrt werde ab Ostern ihren Betrieb aufnehmen, kündigt Wurzler an.

Ulrike Herrmann, die Leiterin des Hafenmeisterbüros in Senftenberg, hat inzwischen täglich Anfragen per Telefon, wie es denn mit dem Saisonstart und mit den Bootsliegeplätzen am Senftenberger See aussieht. „Wir haben befürchtet, dass die abrupte Sperrung des Sees im Vorjahr negative Auswirkungen haben könnte. Aber so ist es nicht gekommen“, sagt sie erleichtert. Ganz im Gegenteil: Die Nachfragen nach Bootsliegeplätzen seien noch größer als im vorigen Jahr – und können bei weitem nicht alle erfüllt werden. Am gesamten Senftenberger See gebe es zirka 420 bis 450 Bootsliegeplätze im Wasser und an Land. Gut 140 davon befinden sich direkt am Stadthafen, 120 weitere an Land am Niemtscher Ufer. Die restlichen Plätze werden im Hafencamp an Land und im Wasser vorgehalten. Die Hafenmeisterin spürt bei ihren Kontakten mit den Bootseigentümern, die ganz aus der Nähe, aber auch von weit her kommen, größer werdende Erwartungen. „Das Seenland wird größer und damit auch die Möglichkeiten für die Wassersportler“, sagt sie.

 Schon mit einem erwartungsfreudigen Lächeln auf den Lippen: Am 1. April öffnet Ulrike Herrmann wieder ihr Hafenmeisterbüro.
Schon mit einem erwartungsfreudigen Lächeln auf den Lippen: Am 1. April öffnet Ulrike Herrmann wieder ihr Hafenmeisterbüro. FOTO: LR / Catrin Würz

Befürchtungen, die die RUNDSCHAU-Leser zu dem Thema haben, kamen bei „LR vor Ort“ natürlich auch zur Sprache. So gab Uwe Häßler als Angler seine Sorgen weiter, die ihn im Zusammenhang mit der weiteren Seesanierung umtreiben. „Während für die Touristensaison alles möglich ist, müssen die Senftenberger aber im Winter mit den Einschränkungen am See leben“, monierte er. LMBV-Vertreter Michael Matthes bestätigte, dass die Ufersanierung an der Insel im kommenden Winter fortgesetzt werden muss; dann wieder bei gesperrtem See. Die LMBV arbeite an einem Betriebsplan, mit dem die Insel auf schonende Art und Weise in solch einen Zustand versetzt wird, dass sie eines Tages aus der Bergaufsicht entlassen werden kann.

Über zunehmenden Vandalismus, Müll und lautstarke Störungen am Seeufer ärgert sich Herta Burchhardt. „Dagegen muss doch etwas getan werden!“, sagt die Senftenbergerin. Verbandsvorsteher Detlev Wurzler erklärt, dass sein Haus an einem Konzept bereits arbeite. „Wir werden ab diesem Jahr Neuerungen beim Wachschutz haben und wollen die Kameraüber­wachung ausbauen“, kündigt er an. Gegen die Graffiti-Schmierereien wolle man ein spezielles Rezept anwenden. Wurzler: „Wir werden zu einem Sprayer-Wettbewerb einladen und damit ein Signal setzen.“

 LR vor Ort am Stadthafen in Senftenberg: Uwe Häßler ist Angler und hatte einige Fragen zur Betreibung des Sees in den kommenden Jahren.
LR vor Ort am Stadthafen in Senftenberg: Uwe Häßler ist Angler und hatte einige Fragen zur Betreibung des Sees in den kommenden Jahren. FOTO: LR / Catrin Würz