ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:28 Uhr

Kirchplatz wird Denkmal des Monats

Die Ehrenurkunde. Die Auszeichnung Lübbenaus für den gelungenen Kirchplatz ist gleichzeitig die 104. Verleihung des Titels im Land Brandenburg.Ganz stolz zeigen sich die Lübbenauer um Bürgermeister Helmut Wenzel (r.) und den Schöpfer des Sagenbrunnens, Volker-Michael Roth (5. v. r.) – der Kirchplatz ist Denkmal des Monats Mai geworden.
Die Ehrenurkunde. Die Auszeichnung Lübbenaus für den gelungenen Kirchplatz ist gleichzeitig die 104. Verleihung des Titels im Land Brandenburg.Ganz stolz zeigen sich die Lübbenauer um Bürgermeister Helmut Wenzel (r.) und den Schöpfer des Sagenbrunnens, Volker-Michael Roth (5. v. r.) – der Kirchplatz ist Denkmal des Monats Mai geworden. FOTO: Fotos: Bernd Marx
Lübbenau.. Der Lübbenauer Kirchplatz ist Denkmal des Monats geworden. Die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ hat die gute Stube in der Altstadt mit diesem Titel ausgezeichnet. Unter dem Beifall der Zuschauer erhielt Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) Ehrenurkunde und Plakette überreicht. Freude stand auch Bildhauer Volker-Michael Roth, Schöpfer des „sagenhaften“ Brunnens an der Nikolaikirche, ins Gesicht geschrieben. Von Bernd Marx

Als die Stadt Lübbenau im März des vergangenen Jahres mit der Auszeichnung „Denkmal des Monats“ für das sanierte Torbogenhaus geehrt wurde, waren auf dem Kirchplatz noch Bauleute mit der Umgestaltung dieses Altstadtbereichs beschäftigt. Mit großem Erfolg, wie sich jetzt zeigt. Innerhalb von nur 14 Monaten holte sich die Stadt nun schon die zweite Auszeichnung dieser Art.
„Die Verantwortlichen in der Prüfungskommission machen es sich nicht leicht und verschenken keine Auszeichnungen, da muss man wirklich Top-Leistungen anbieten“, so Frank Paetzig, Regionalleiter Süd-Ost der im Jahr 1992 gegründeten Arbeitsgemeinschaft. Bevor der 56-jährige Amtsdirektor von Dahme-Mark dem Lübbenauer Stadtoberhaupt Urkunde und Plakette übergab, hörten die Zuschauer einige Geschichten über die historischen, wirtschaftlichen und baulichen Veränderungen im Kirchplatzbereich.
„Besonders die älteren Einwohner von Lübbenau werden sich an die zahlreichen Umbaumaßnahmen in den vergangenen 50 Jahren gut erinnern können“, so Helmut Wenzel. Alte Häuser seien abgerissen, andere aufwendig saniert und neu gestaltet worden. Wo einst Baulücken waren, seien moderne Wohn- und Geschäftshäuser entstanden. Selbst das Rathaus habe einen würdigen Platz gefunden. Auch die Straßen und Plätze hätten keine Ähnlichkeit mehr mit den Postkartenmotiven aus den 60er- oder 70er-Jahren. Die Sanierung in der Altstadt habe einen in Form, Farbe und Ausdruck veränderten Kirchplatz hinterlassen, sagte Wenzel.
Gut gelungen ist nach seinen Worten auch die Gestaltung des Springbrunnens vor der Nikolaikirche. Wo einst sprudelnde Fontänen in das eingefasste Wasserbecken plätscherten, sorgten jetzt Baumkönig, Irrlicht, Schlangenkönig und die Lutkie für Bewunderung.
„Ich habe beobachtet, dass der Brunnen von der Bevölkerung und von den vielen Touristen gut angenommen wird“, so Dorit Robarick von der Galerie RO in der Altstadt. Dem stimmte auch Leni Oesterreich (68) aus Söhrewald bei Kassel zu: „Der Brunnen strahlt Lebendigkeit aus und passt hervorragend in das Stadtbild“. „Die Idee und die künstlerische Gestaltung dieser Figurengruppe ist ganz toll“, bemerkte Dini Workel (72) aus Enschede (Niederlande) bei der Besichtigung.
Mit einem Schmunzeln hörte Volker-Michael Roth, Schöpfer des neuen Brunnens, zu. „Ich habe früher überwiegend mit Stein gearbeitet und musste nun ganz neue Technologien für die Arbeiten mit Stahl entwickeln und anwenden“, erzählte der 62-jährige Bildhauer aus Rathenow, der auch Teilnehmer der Bildhauer-Symposien in der Spreewaldstadt war.
„Die Auszeichnung ist ein wunderschöner Lohn für jahrelange Arbeit und Verantwortung“, stellte Christina Balke von der Lübbenauer Touristinformation fest. Während Sylvia Burza, Matthias Greupner und Matthias Härtig von der Gruppe „Sachsendreyer“ mit amüsantem Liedgut für gesellige Unterhaltung sorgten, schauten sich die Gäste bei Wassergeplätscher die stählerne Sagen- und Mythenwelt an.
„Wir gratulieren der Stadt Lübbenau zu diesem Erfolg“, erklärte Olav Blender, stellvertretender Bürgermeister aus Doberlug-Kirchhain. Doberlug-Kirchhain und Lübbenau waren gemeinsam im Januar 2007 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft geworden. Mittlerweile hat sich eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Weißgerber- und der Spreewaldstadt entwickelt. „Wir rechnen uns auch gute Chancen für eine Auszeichnung mit dem Titel ‚Denkmal des Monats‘ aus“, sagte Kerstin Stahl von der Bauabteilung in Doberlug-Kirchhain. Während einige Besucher noch Fotos von der Figurengruppe des neuen Brunnens machten, schlenderten andere bereits über den „ausgezeichneten“ Kirchplatz.

Hintergrund Arbeitsgemeinschaft
Insgesamt 31 Städte des Landes Brandenburg sind in der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ vereint. Die Spreewaldstadt Lübbenau gehört seit Anfang 2007 dazu.