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| 02:44 Uhr

Kinderschutzbund will in neuem Domizil durchstarten

Kinder und Jugendliche können die Nummer gegen Kummer 116111 von Festnetz oder Handy anonym und bundesweit kostenlos erreichen. Das Kummertelefon ist seit 1998 ein Projekt des Ortsverbandes Senftenberg des Deutschen Kinderschutzbundes.
Kinder und Jugendliche können die Nummer gegen Kummer 116111 von Festnetz oder Handy anonym und bundesweit kostenlos erreichen. Das Kummertelefon ist seit 1998 ein Projekt des Ortsverbandes Senftenberg des Deutschen Kinderschutzbundes. FOTO: Photographee.eu/Fotolia
Senftenberg. Der Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes hat seine Arbeit nach dem Umzug von der ehemaligen Realschule in die Häuerstraße aufgenommen. "Noch sind nicht alle Umzugskisten ausgepackt, der Elan unserer mehr als 50 Mitglieder ist aber ungebremst", erklärt Vereinsvorsitzende Christiane Hein. Andrea Budich

Nachdem die alten Vereinsräume im Vorjahr mehrfach ausgeraubt worden waren, muss vor allem in neue Computertechnik investiert werden. "Es gab drei Einbrüche und zwei versuchte Diebstähle", erzählt die Vereinschefin. Bei der Neuausstattung unterstützen Senftenberger Unternehmen wie ZEDAS. Die Senftenberger Software-Spezialisten helfen den Ehrenamtlern mit einem Scheck in Höhe von 700 Euro und zusätzlich mit einem kompletten Computer-Arbeitsplatz beim Start im neuen Domizil. Eine größere Spende stammt zudem von einer 96-jährigen Senftenberger Seniorin, der die Kinderschutzarbeit am Herzen liegt.

Das flexible Betreuungsangebot am Nachmittag für Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren ist gleichfalls neu am Start. Die Gruppenarbeit findet jetzt in der Grundschule "Am See" im Wohngebiet Süd statt. Dort werden 15 benachteiligte Kinder nach dem Unterricht kostenfrei betreut. Viele stammen aus Familien, die von Sozialleistungen leben.

Unverändert geschalten ist auch das vom Senftenberger Ortsverband vor 19 Jahren ins Leben gerufene Kinder- und Jugendtelefon. Dort sitzen Ehrenamtliche am Telefon, die den bundesweit organisierten Service für Kinder und Jugendliche unter der Kummer-Nummer 116111 mit betreuen. "Abheben, zuhören, helfen - so einfach ist das bei uns", erklärt Sabine Fritsche. Die Koordinatorin für das Sorgentelefon zählt auf, warum die jungen Leute zum Hörer greifen: die Mathearbeit verbockt, Ärger mit der Freundin, Stress mit den Eltern, die Handyrechnung zu hoch, das Taschengeld zu knapp. Nahezu jeder vierte Anruf dreht sich um den ersten Sex und die damit in Verbindung stehenden Unsicherheiten.

5000 Mal hat das Kummertelefon allein im Vorjahr in Senftenberg geklingelt. 14 Ehrenamtliche teilen sich derzeit stundenweise den Dienst. Ab Februar sitzen sogar 20 Ehrenamtler am Hörer, die derzeit noch in der Ausbildung sind. Für die Telefongespräche, die neben Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, psychologische Fähigkeiten und Wissen über Gesundheit oder Drogenprävention erfordern, werden die Berater besonders geschult.

Brandenburgweit ist das vom Ortsverband des Kinderschutzbundes organisierte Kinder- und Jugendtelefon das einzige.