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| 02:32 Uhr

Kinderheim wird kräftig aufgemöbelt

So soll es aussehen, das Kinderheim in Drochow nach der im Januar startenden Sanierung. Heimleiterin Elke Schmidt (r.) und Nadine Bossan von der Bauabteilung der Arbeiterwohlfahrt präsentieren vorab das Modell. Auf den großen Bauplänen im Eingangsbereich ist nicht zu übersehen: Hier wird in den nächsten Monaten einiges von Grund auf umgekrempelt.
So soll es aussehen, das Kinderheim in Drochow nach der im Januar startenden Sanierung. Heimleiterin Elke Schmidt (r.) und Nadine Bossan von der Bauabteilung der Arbeiterwohlfahrt präsentieren vorab das Modell. Auf den großen Bauplänen im Eingangsbereich ist nicht zu übersehen: Hier wird in den nächsten Monaten einiges von Grund auf umgekrempelt. FOTO: Steffen Rasche
Drochow. Die Modernisierung des Kinderheimes Drochow startet im Januar. Hell, freundlich, behindertengerecht: So präsentieren sich nach der Sanierung die Gruppenräume, Zimmer und Flure. Die Arbeiterwohlfahrt als Träger investiert dafür mehr als eine halbe Million Euro. Der Bauantrag ist durch. Andrea Budich

Immer ein bisschen was ist gemacht worden in den vergangenen Jahrzehnten. Mal die Heizung, dann die Fenster. Eine Komplettsanierung aber, die hat es nie gegeben in dem alten Guts haus. Niemand weiß das besser als Elke Schmidt. Als Heimleiterin hat sie hier seit 30 Jahren das Sagen und war sogar schon zuvor als Erzieherin im Hause. "Es schreit förmlich nach Farbe, damit sich die Kinder in ihrem Zuhause auf Zeit wohlfühlen können", bestätigt auch Nadine Bossan von der Bauabteilung des Regionalverbandes Brandenburg-Süd der Arbeiterwohlfahrt.

Mit dem neuen Jahr startet zugleich auch der Bau. Das Kinderheim bleibt während der Modernisierung bewohnt. Neun Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen und nach Schicksalsschlägen leben derzeit im Heim. Dazu kommen zwei minderjährige unbegleitete Flüchtlinge.

Nach der Sanierung ist in der Einrichtung Platz für 24 Kinder. Die einzelnen Etagen werden dafür teilweise komplett umgekrempelt. Im Erdgeschoss zum Beispiel werden zwei kleine 2-Zimmer-Wohnungen entstehen mit separatem Zugang zum Garten. Sie können genutzt werden als Trainings-Wohnraum für Jugendliche, die auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden sollen. Nach der Schließung des betreuten Jugendwohnens in der Senftenberger Krankenhausstraße ein Angebot, das derzeit in der Region fehlt. Nach dem Umbau wird es auch eine Elternwohnung geben, die es den Erziehungsberechtigten ermöglicht, das Leben ihrer Kinder zeitweise zu begleiten. In der mittleren Etage wird neben der Regelgruppe Platz geschaffen für eine zusätzliche Intensivgruppe mit sechs Kindern. "Wir können damit bei verhaltensauffälligen Kindern flexibler reagieren", erklärt Schmidt. Auch junge Mütter mit Kind könnten so besser betreut werden, was bisher schwierig ist.

Komplett erneuert werden im Kinderheim Heizung, Elektroanlage, Sanitärbereich und Brandmeldeanlage. Der Saal im Erdgeschoss erhält eine neue Dielung. An den alten Gutshaus-Charme angelehnt soll auch die Fassade in neuem Glanz erstrahlen. Es gibt zwar keine Komplett-Sanierung, wohl aber einen neuen freundlichen Anstrich.

Weil bei laufendem Betrieb gearbeitet werden muss, ist der Zeitplan großzügig. "Wir wollen aber im Dezember Einweihung feiern", sagt Elke Schmidt. Das Kinderheim an ihren Nachfolger freundlich und hell übergeben zu können, ist für sie das größte Glück.

Zum Thema:
Im alten Drochower Gutshaus aus dem Jahr 1880 wurde 1967 ein Kinderheim eröffnet. Zuvor war das Anwesen als Schule der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) "Bündnis der Werktätigen" genutzt worden. Im DDR-Kinderheim gab es 32 Plätze. Nach der Wende hat 1994 der Regionalverband Brandenburg-Süd der Arbeiterwohlfahrt die Trägerschaft über das Kinderheim übernommen. Es ist das einzige dieser Art im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Momentan betreuen sechs Erzieher und drei technische Kräfte neun Kinder und zwei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.