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Kinder auf dem See zur Segelschule

Die Senftenberger Segelsportler lehren die Grundschüler der Georg Heinsius von Mayenburg-Grundschule Brieske das Kuttersegeln.
Die Senftenberger Segelsportler lehren die Grundschüler der Georg Heinsius von Mayenburg-Grundschule Brieske das Kuttersegeln. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg/Brieske. Blasen an den Händen und Sommersprossen auf den Nasen in fröhlichen Gesichern: Die Fünft- und Sechstklässler der Georg Heinsius von Mayenburg-Grundschule in Brieske haben beim Segeltraining auf dem Senftenberger See hart im Wind gestanden und auch starken Seegang – fast furchtlos – überstanden. Die Klassenfahrt der Mädchen und Jungen aus der ganzen Lausitz, die in der Gartenstadt Marga die Schulbank drücken, führt bewusst ins Lausitzer Seenland. Kathleen Weser

"Wir haben den schönen See praktisch vor der Tür", sagt Schulleiterin Madlen Haß. Schon deshalb habe es sich die in privater Regie geführte Grundschule ins Aufgabenheft geschrieben, den Kindern auch die Möglichkeiten nahe zu bringen.

Der Seesport hat in Senftenberg eine lange Tradition. Und der Unternehmer Thomas Gurk gehört zu den sieben begeisterten Seglern, die sich für das einwöchige Training der Schüler freigenommen haben. In vier Gruppen werden theoretische Grundlagen gebüffelt, das korrekte Werfen der Bootsleine auf dem Trockenen geübt und im Kutter natürlich auch praktisch die Segel gesetzt. Das hat in dieser Woche am recht stürmischen Dienstag auch eine Menge Mut erfordert. "Einigen kräftigen Windböen, die ein Tempo von bis zu 44 Kilometern pro Stunde erreicht haben, haben die Mädchen und Jungen plötzlich trotzen müssen", erzählt Beate Niegel - auch sichtlich stolz auf die Kinder. In vier Stunden täglich haben die Mädchen und Jungen das Einmaleins des Segelns schon gut gelernt. Gestern sind drei Segelkutter mit den Kindern vom Stadthafen nach Niemtsch auf die abschließende Prüfungsfahrt gegangen. Die Ausbilder vom rührigen Senftenberger Seesportverein sind dabei nur noch Fahrgäste gewesen. Denn die Pinne, das Ruder der Wassergefährte, hat der Nachwuchs gesteuert.

Schulleiterin Madlen Haß, die übrigens auch mit gutem Beispiel vorangeht und taufrisch die große Prüfung für den Bootsführerschein bestanden hat, sieht den Erfolg des besonderen Konzepts für die Wandertage der Kinder mit Freude. Die Dritt- und die Viertklässler erlernen in Altenberg jeweils das Skifahren. Die folgenden Klassenstufen werden sportlich aufs Wasser geführt. Der Spaß steht im Vordergrund. Kein Kind wird gezwungen. Aber die Angst wird auch den weniger couragierten Schülern genommen, der Teamgeist gefördert. Und Madlen Haß schaut natürlich als leidenschaftliche Pädagogin auch auf den Lern- und den erzieherischen Effekt. "Unsere Schüler lernen auch, sich gesund zu ernähren", erzählt sie. Das theoretisch erlangte Wissen wird zur Klassenfahrt-Woche am Senftenberger See auch praktisch angewendet. Die Kinder sind in der Holzblockhaus-Feriensiedlung von Thomas Reibsch in Großkoschen untergebracht. "Jede Wohngemeinschaft auf Zeit im Bungalow verpflegt sich selbst. Dafür gibt es ein festes Budget", erklärt Madlen Haß. Das klappt gut, bestätigt die Schulleiterin, die dank moderner Medien auch fern der konkreten Aktivitäten die Kontrolle behält - in der WhatsApp-Gruppe der Eltern. Der Nachrichtenaustausch sei rege. Und die Informationen fließen - bis zum Inhalt des Einkaufskorbes. "Die Partner, die wir gewinnen konnten, machen das alles möglich", sagt Madlen Haß. Die Segelkutter der Stadt Schwarzheide und des Senftenberger Gymnasiums dürfen neben dem Wassergefährt der rührigen Segelsportler mit genutzt werden. Vereint wird das Interesse des Nachwuchses für den Wasserspaß im Lausitzer Seenland geweckt.

Zum Thema:
Mehrere Schulen im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz haben sich mit Blick auf die neue Lausitzer Wasserlandschaft ein Ausbildungsprogramm für den Nachwuchs auf die Fahnen geschrieben. Ein erstes Segelboot der Klasse Optimist liegt bereits - noch auf dem Trockenen - im Foyer der Großräschener Oberschule vor Anker. Die Stadt Schwarzheide hat - noch mangels eigener nutzbarer Seen - das nagelneue Schulungsschiff ZK 10 vorerst im Hafencamp Großkoschen stationiert.