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Kiesbagger rollt im Reliktepark an

Der Bergbau-Reliktepark auf dem Areal der Großkokerei Lauchhammer wächst. Der Kiesbagger ist angekommen.
Der Bergbau-Reliktepark auf dem Areal der Großkokerei Lauchhammer wächst. Der Kiesbagger ist angekommen. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Lauchhammer. Der Park mit gewichtigen Zeitzeugnissen der Bergbaugeschichte in Lauchhammer hat Zuwachs bekommen. Auf dem Areal neben den Biotürmen auf dem ehemaligen Gelände der Großkokerei ist ein Kiesbagger aus Lichterfeld angerollt. Vorzeitig. Mirko Sattler / sam1

Erhard Scheindel vom Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer stehen am Montag ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Einen Tag früher als geplant rollt der Transport mit dem Kiesbagger aus Lichterfeld an. Doch die alten Bergleute und ihnen verbundene Helfer trommelte Scheindel mühelos schnell zusammen. Als der Schwerlasttransport mit dem gut zehn Tonnen schweren Eimerkettenbagger-Fahrgestell den Reliktepark auf dem alten Kokerei-Gelände in Lauchhammer-West kurz vor 15 Uhr erreicht, steht die Truppe bereit.

Für die Bergleute ist das ein schöner Augenblick. Haben die Mitglieder des Vereins das Kohle-Relikt doch in 62 Stunden mühsam durch Sandstrahlen von Rost und Ablagerungen befreit. Der insgesamt etwa 20 Tonnen wiegende Eimerkettenbagger ist eine Dauerleihgabe der Klinkerwerke Muhr. "Der Bagger in seiner Form veranschaulicht ganz gut, wie ein Eimerkettenbagger im Tagebau arbeitet. Man könnte sagen, er ist ein Modell eines Tagebauriesen", erklärt Erhard Scheindel, der wie immer den Transport koordiniert. Der im Jahr 1989 in Wurzen gebaute Bagger arbeitete erst im Lehm und später dann in der Kiesgrube der Klinkerwerke Muhr in den 90er-Jahren. Er ist 4,30 Meter hoch, 3,80 Meter breit und rund zehn Meter lang. Jeder der insgesamt 24 Eimerschaufeln hat ein Fassungsvermögen von 50 Litern. Bis zur Eröffnung des Relikteparkes anlässlich des ersten Landestreffens der Berg- und Hüttenvereine Berlin-Brandenburg am 30. Mai gibt es für die ehrenamtlichen Mitstreiter in Lauchhammer noch viel zu tun. "Nach dem Aufstellen des Reliktes müssen wir nun noch das Fahrgestell blau anstreichen und den Ausleger mit der Eimerkette montieren", erzählt Dr. Wilhelm Konrad vom Traditionsverein Braunkohle. Am Ende des gut 400 Meter langen Bergaufzuges der Hüttenvereine soll der Reliktepark neben den Biotürmen in Lauchhammer feierlich eröffnet werden. 20 teilweise noch oder wieder funktionstüchtige Bergbaumaschinen sind zu bestaunen. "Ohne unsere 56 Mitglieder des Traditionsvereines Braunkohle Lauchhammer und die unkomplizierte Hilfe der heimischen Unternehmen Kranlogistik Lausitz und des Abschleppdienstes Kretzschmer wäre das nie zu schaffen gewesen", sagt Erhard Scheindel.

Zum Thema:
Im Landesverband Brandenburg-Berlin der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine sind 16 Vereine organisiert. Neben dem Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer gehören aus dem Senftenberger Kohlerevier auch der Traditionsverein Braunkohle Senftenberg und der Chor der Bergarbeiter Brieske dazu.