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| 15:31 Uhr

Alltagsdrogen im OSL-Kreis im Visier
Kids finden wieder in die Spur

Beim Promille-Run erleben die Jugendlichen mithilfe aufgesetzter Spezialbrillen einen simulierten Rausch und die damit einhergehende Einschränkung ihrer Wahrnehmungsfähigkeit. Im Wandelhof-Kino in Schwarzheide ist diese Station besonders beliebt.
Beim Promille-Run erleben die Jugendlichen mithilfe aufgesetzter Spezialbrillen einen simulierten Rausch und die damit einhergehende Einschränkung ihrer Wahrnehmungsfähigkeit. Im Wandelhof-Kino in Schwarzheide ist diese Station besonders beliebt. FOTO: Sinus / Fabian Strauch
Schwarzheide. Aufklärungskampagnen wie aktuell die Jugendfilmtage in Schwarzheide zeigen offenbar Wirkung: Immer weniger Kinder greifen zum Glimmstängel oder trinken Alkohol. Von Jan Augustin

Statt Blockbuster und Actionkomödie laufen Filme wie „Zoey“, „Filmriss“ oder „Blöde Mütze“ über die Leinwände des Wandelhof-Kinos. Meist geht es um verkorkste Biografien, Alkohol und Drogen – welche Folgen der Konsum hat und wie befreiend ein Entkommen aus der Suchtspirale sein kann. Für 700 Schüler mit ihren Lehrkräften aus dem Süden des Kreises gehört der Kinobesuch zum Pflichtunterricht am Mittwoch und an diesem Donnerstag. Die Jugendfilmtage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung machen Station in Schwarzheide. Neben Kino und Mitmach-Aktionen wie dem Promille-Run, bei dem die Kids mit Spezialbrillen einen simulierten Rausch erleben, sollen gerade auch Gespräche ohne den erhobenen Zeigefinger als Präventionsstrategie dienen, sagt der Gesundheitsdezernent des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, Alexander Erbert (CDU). „So eine Veranstaltung hatten wir so noch nicht“, lobt er die vielen Macher vom Zollhaus-Verein Ruhland bis hin zur Arbeiterwohlfahrt Südbrandenburg. Es sei gut und richtig, frühzeitig präventiv aktiv zu werden.

Für Moderatorin Sophie Mundo sind die in jüngster Zeit zunehmenden Aufklärungskampagnen auch der Grund für immer weniger rauchende und Alkohol trinkende Kinder. Rauchen gehöre in Deutschland nicht mehr zum Lebensgefühl junger Menschen. Das bestätigen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Demnach hat sich der Anteil rauchender Jugendlicher in Deutschland seit 2001 um zwei Drittel verringert. Aktuell rauchen noch 7,4 Prozent der Jugendlichen, im Jahr 2001 waren es noch 27,5 Prozent. „Das ist eine sehr positive Entwicklung“, betont Sophie Mundo. Auch beim Alkoholkonsum verzeichnet die Bundeszentrale einen positiven Trend. Mehr als ein Drittel der Zwölf- bis 17-Jährigen trinken keinen Alkohol. „Entwarnung kann jedoch nicht gegeben werden“, betont die Leiterin der Bundeszentrale, Dr. Heidrun Thaiss. Denn immerhin zehn Prozent der Jugendlichen trinken regelmäßig Alkohol.

Auch Lauchhammers Polizeirevier-Chefin Aina Gutschmidt glaubt an den Erfolg frühzeitiger Prävention. „Kein Kind steigt gleich mit Crystal Meth ein“, sagt sie. Seitdem das 2015 gegründete Südbrandenburger Netzwerk Suchtprävention aktiv ist, habe sich die Einbruchsquote im Bereich der Beschaffungskriminalität von mehr als 6000 Fällen auf 3000 etwa halbiert.