Für reichlich Baustellenatmosphäre sorgen auch die nächste Zeit die LMBV und der Wasserverband Lausitz, die Straße für Straße an das Schmutzwassernetz anschließen. Erst danach macht es Sinn, Fahrbahnen zu erneuern und bei Bedarf das Umfeld neu gestalten. Wie in der Berliner Straße, der Geschäfts- und Gewerbemeile im Stadtteil. Die jüngsten Regenfälle haben den östlichen Anger wieder auf ganzer Länge in ein schwarzes Pfützen- und Schlammfeld verwandelt. Eine Zumutung für Bewohner, Geschäftsleute und Kunden.
Letztere beschweren sich jeden Tag über den Zustand, weil sie sich schmutzig machen oder ihre Autos aufsetzen, hebt Annekathrin Hornig die Hände. Die Inhaberin der Postagentur meint, dass die Stadt vielleicht einmal im Jahr guten Willen zeigt und „den Acker“ vor den Häusern einebnet. Gleichzeitig hören die Anlieger auch den Hinweis, dass der unbefestigte Bereich zwischen Landesstraße und Häusern nicht allein der Stadt gehöre.
Darüber sei mit der Kommune noch zu reden, heißt es dazu auf Nachfrage aus dem neuen Landesbetrieb Straßenwesen. Dieser will möglichst viel vom Randstreifen abgeben und die an den Kanten schon abbrechende Straße erst anfassen, wenn die Abwasserleitungen verlegt sind. Das wird laut WAL aber erst 2006/07 der Fall sein.
Vorher mache die schon seit 1997 ernsthaft ins Auge gefasste Neugestaltung des gesamtem Umfeldes der Berliner Straße mit ordentlichen Wegen, Einfahrten und Parkflächen keinen Sinn, meint Wolfgang Klose als Vertreter des amtierenden Bauamtsleiters der Stadt. Es könne maximal ein Straßenhobel drübergeschickt werden: „Ich weiß, das ist nicht befriedigend, aber alles andere macht keinen Sinn.“
Ein Stück weiter steht wie ein Fremdkörper auf dem zerfahrenen „Niemandsland“ der Sparkassenpavillon. Hinzu kommt, dass er einst genau vor die Fenster eines leeren Einfamilienhauses platziert worden ist. Inzwischen hat es neue Eigentümer. Und die finden das Treiben vor ihrer Tür gar nicht toll.
Was sich die Vorgänger bei diesem Standort gedacht haben, ist dem jetzigen Sparkassenvorstand und der Bürgermeisterin immer noch ein Rätsel. Elke Ristau, Marketingchefin bei der Sparkasse Niederlausitz: „Wir kennen das Problem und sind darüber nicht glücklich. Wir bieten der Stadt und der Unabhängigen Bürgervertretung ein Gespräch an, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.“
UBV und Bürgermeisterin nehmen dieses Angebot gern an. Sie wollen aber auf keinen Fall, dass die Sparkasse Lauchhammer-West verlässt. Vielmehr soll, so Elisabeth Mühlpforte, gemeinsam nach einem kostengünstigen Standort gesucht werden. Der Gutshof war schon einmal im Gespräch . . .