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| 16:11 Uhr

Sanierung Wasserschloss Großkmehlen wird fortgesetzt
Kein Luftschloss: Schule im Schloss

Das Wasserschloss Großkmehlen gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen Brandenburgs. Bürgermeister Gerd Müller-Hagen freut sich, dass die Sanierung im ersten Obergeschoss fortgesetzt werden kann.
Das Wasserschloss Großkmehlen gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen Brandenburgs. Bürgermeister Gerd Müller-Hagen freut sich, dass die Sanierung im ersten Obergeschoss fortgesetzt werden kann. FOTO: Steffen Rasche
Großkmehlen. Sanierung in Großkmehlen kann nahtlos weitergehen. Im Westflügel wird Platz für Klassenräume geschaffen. Von Andrea Budich

Besondere Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Auf die Platznot in der Grundschule „Am Schloss“ haben Großkmehlens Gemeindeväter mit einem Plan reagiert, der praktischerweise zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Mit dem Ausbau des Westflügels im ersten Obergeschoss des Schlosses für eine schulische Nutzung entspannt sich zum einen die Situation der Grundschule, die derzeit bis zum Eichstrich ausgelastet ist. Zum anderen füllen sich die sanierten Schlossräume mit Leben.

Schulkinder im Schloss stehen für Jürgen Klemisch, Leiter Liegenschaften der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, für einen vorbildlichen Umgang mit dem historischen Erbe. Bislang sind in Schloss, Jägerhaus, Gutshof und Park rund zwölf Millionen Euro geflossen. Fünf Millionen stammen davon aus dem Topf für ländliche Entwicklung. Gut angelegt sind die Millionenbeträge für Jürgen Klemisch aber nur dann, wenn die aufwändig sanierten Schlossräume nach dem Abzug der Handwerker und Restauratoren nicht leer stehen. „Da muss Leben rein“, betont er.

Für Großkmehlens Schulleiterin Martina Lorenz indes geht die Umsetzung des Planes viel zu langsam vonstatten. Ihr Schulhaus, nur einen Steinwurf vom Schloss entfernt, ist für sechs Klassen ausgelegt. Zu jonglieren hat die Direktorin aber mit neun Klassen. „Das ist tagtäglich ein Puzzlespiel“, bestätigt sie, dass die Kapazitätsgrenzen längst überschritten sind. Zumal dem Haus als Schule fürs gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen der notwendige Platz fehlt. Der Umzug von zwei Klassen ins Schloss wird daher sehnlichst erwartet. Schulleiterin Lorenz verspricht sich davon eine spürbare Entspannung der Raumsituation. Wenn es nach ihr ginge, dann sollte der Umzug ins Schloss bestenfalls schon zum Beginn des neuen Schuljahres erfolgen.

Großkmehlens Bürgermeister Dr. Gerd Müller-Hagen drückt zwar nicht auf die Bremse, dämpft aber deutlich allzu optimistische Erwartungen an den Zeitplan. Für ihn steht die Ampel daher bestenfalls auf Rot-Gelb. Was soviel heißt wie: Der Förderantrag der Brandenburgischen Schlössergesellschaft auf eine Finanzspritze aus dem europäischen Topf für die ländliche Entwicklung zum Ausbau des Westflügels im ersten Obergeschoss ist von der Lokalen Aktionsgruppe in der Januar-Sitzung zwar positiv beurteilt worden, auf den konkreten Fördermittelbescheid über knapp 700 000 Euro muss allerdings noch gewartet werden. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass sie ihn frühestens im Mai oder Juni in den Händen halten. Danach müsse europaweit ausgeschrieben werden. „Bis zur Vergabe werden nochmals Monate vergehen“, mutmaßt der Bürgermeister. Er hofft, dass zum Jahresende mit der Sanierung des Westflügels zur schulischen Nutzung gestartet werden kann. Mindestens zwei Klassenzimmer, Räumlichkeiten für Zirkel-Aktivitäten und eine Schülertoilette sollen entstehen.

Platz dafür ist im Wasserschloss aus der Mitte des 16. Jahrhunderts genug vorhanden. Von den insgesamt 3000 Quadratmetern Fläche werden bisher noch nicht einmal 1000 Quadratmeter genutzt. Die Schule im Schloss muss also kein Luftschloss bleiben. Nur am Namen muss dann noch gefeilt werden: Nicht Schule „Am Schloss“, sondern Schule „Im Schloss“ muss es dann wohl heißen.

Großkmehlen .Grundschule Am Schloß.Schulleiterin Martina Lorenz
Großkmehlen .Grundschule Am Schloß.Schulleiterin Martina Lorenz FOTO: Steffen Rasche