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| 01:00 Uhr

Kein Kanal für Schwarzheide-Ost

Schwarzheide.. Wenn die WAL-Verbandsversammlung nach der Info-Tour durch die Mitgliedskommunen im März das überarbeitete Abwasserbeseitungskonzept beschließen sollte, wissen die Gemeinden und vor allem die Grundstückseigentümer, woran sie in den nächsten Jahren sind.



Mitte und West sollen ran
In Schwarzheide rechnet Dr. Roland Socher, Vorsteher des Wasserverbandes Lausitz, mit rund 650 Einwohnern, deren Haushalte an die bestehende zentrale Kanalisation angeschlossen werden könnten. Im Stadtteil Mitte betrifft das die Kurze Straße und Am Bahnhof Wandelhof und in West den Dorfplatz mit der Dorfaue, die Glück-Auf-Siedlung, die Kos-tebrauer und die Laugkstraße, den Hugo-Wolfram-Platz und den Forstweg. Die Baukosten belaufen sich für den WAL einschließlich 55 Prozent Förderung auf 820 000 Euro. Einen Teil des Geldes holt er sich über Umlagen (einmaliger Anschlussbeitrag und Anschlusskosten) wieder zurück.
Als nicht wirtschaftlich wird der Anschluss der wenigen Grundstücke am Kastanienplatz und Im Felde angesehen. Dort übersteigen die Investitionskosten die festgelegte Grenze von 2000 Euro je Einwohner. Einzig die Stadt könne darauf drängen, dass dorthin doch ein Kanal gelegt werden soll, erläuterte Dr. Socher Montagabend dem Bauausschuss.
Mit großem Interesse verfolgten Einwohner aus Schwarzheide-Ost die öffentliche Sitzung. Was passiert dort„ „Nichts“ , antwortete der Verbandsvorsteher. Hier gebe es weder eine Schmutzwasserleitung zum nächsten Klärwerk noch eine Pumpstation und zudem noch das Hindernis Bundesstraße. Der WAL habe aus wirtschaftlichen Gründen kein Interesse, diese Siedlung zentral zu erschließen. Auch hier die Einschränkungen, dass die Kommune dagegen ihr Veto einlegen könne bzw. dass sich die politische und rechtliche Abwasserwetterlage in einigen Jahren ändern könne.
Eine ziemlich hohe Sicherheit haben die Bewohner vorerst nach der Verbandsversammlung im März. Dann können sie ihre individuellen Abwasserlösungen in Angriff nehmen. Allerdings schwebe über der bis zu 40-prozentigen Förderung für die Um- bzw. Aufrüstung veralteter Kleinanlagen ein Fragezeichen. Wegen der Finanzmisere im Land hat die Investitionsbank Land Brandenburg (ILB) seit Oktober 2002 keinen Fördereuro mehr an Grundstücksbesitzer ausgezahlt. Die abgelehnten Anträge wurden zurückgeschickt. Seit diesem Monat, das ergab eine Nachfrage der RUNDSCHAU bei der ILB, werden Anträge wieder angenommen. Es könne aber keiner sagen, ob und wie viel Mittel ausgereicht werden. Der Förderzeitraum ende ohnehin in diesem Jahr. Wer seine Chancen erhöhen will, solle sich beeilen, heißt es.

Die Anwohner fragen“
Mit dem Kanalneubau will der WAL in Schwarzheide-Mitte und -West 2005 beginnen. Während Paul-Gerhard Thiele (FDP) die für die Bürger doch ziemlich handfesten Aussagen des WAL begrüßt, plädiert sein Abgeordnetenkollege Rudi Holling (SPD) dafür, die Betroffenen nach ihrer Meinung zu fragen. Schließlich seien sie es, die am Ende zahlen müssen - so oder so. (mf)