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Keime im Krankenhaus-Trinkwasser

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Senftenberg. Mit Sorge und Unsicherheit haben Patienten und deren Angehörige im Krankenhaus Senftenberg auf außer Betrieb genommene Wasserspender auf den Stationen reagiert. Die eingeschränkte Trinkwassernutzung und das ausgesprochene Abkochgebot bestätigt Klinikumsprecherin Daniela Grass auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Andrea Budich

Für die Patienten stehen Wasserflaschen bereit.

Hintergrund für diese Maßnahmen sind geringfügig erhöhte Werte bei coliformen Keimen im Trinkwassernetz. Das haben Proben durch das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz ergeben. Auslöser für die erhöhte Keimbelastung war ein Rohrbruch in Hörlitz. "Dadurch sind die Erreger ins Netz geraten", erklärt Ulf Riska, der Sprecher des Wasserdienstleisters WAL-Betrieb. Bei den geringfügigen Überschreitungen handelt es sich ausschließlich um coliforme Keime, die in der Umwelt vorkommen. "Keime fäkalen Ursprungs konnten hingegen nicht festgestellt werden", erklärt Riska.

Da die Belastung nur minimal ist, besteht für gesunde Menschen keinerlei Gefahr. Ältere und kranke Menschen im Krankenhaus indes stellen eine Risikogruppe dar. "Die eingeschränkte Trinkwassernutzung auf den Stationen wurde als reine Vorsichtsmaßnahme angeordnet", betont die Pressesprecherin des Landkreises, Marlen Weser.

Ulf Riska von WAL-Betrieb versichert, dass eine Gesundheitsgefährdung für die Allgemeinheit zu keinem Zeitpunkt bestanden habe. Das Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz könne weiter ohne Bedenken benutzt und getrunken werden. Das Netz werde dafür weiter gespült und ab heute läuft zusätzlich eine Desinfektion an. Kontrollproben sind am Dienstag aus mehreren Hydranten aus dem öffentlichen Trinkwassernetz entnommen worden. Am Donnerstag werden die Kontrollbefunde erwartet. "Wir wollen sehr genau und gründlich sein, um die geringen Überschreitungen wieder in den grünen Bereich zu bringen", sagt Roger Lucchesi als technischer Leiter bei WAL-Betrieb.