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| 17:34 Uhr

Wort zum Sonntag
„Kehrt um, und glaubt an …“

Pfarrer Roland Franciszek Elsner, katholische Gemeinde Senftenberg
Pfarrer Roland Franciszek Elsner, katholische Gemeinde Senftenberg FOTO: privat / Pfarrer Roland Franciszek Elsner
Woran oder an wen sollen wir glauben? Wir haben den Sonntag vor uns. Auf ihn folgen fünf Arbeitstage, hoffentlich für die meisten von uns. Dann bleibt das „heilige“ Wochenende! Ich habe eben die Wochentage hinter mir und der Anfang im Januar ist genauso stressig wie Weihnachten und Sylvester zusammengenommen. Die Heiligen Drei Könige, die Neujahrsempfänge, die GroKo ist noch nicht zustande gekommen und, und, und… Ja, in jeder Woche, an jedem Arbeitstag finde ich eine Entschuldigung dafür, dass ich keine Zeit „zum Glauben“ hatte. Dann kommen das Wochenende, der Sonntag und die Zeit für „IHN“. Ja, ich gehe gerne in die Kirche, ja, ich sehne mich danach, mit „IHM“ zu sprechen, also zu beten! Ja, das mache ich sehr gern, aber an diesem Wochenende kommt doch Besuch, der Weihnachtsbaum muss weg, und, und, und… Ich habe es geschafft, sieben Tage ohne „Glauben“, sieben Tage voll beschäftigt zu sein, sieben Tage ohne Gott! Sieben Tage folgte ich nur den Menschen und allen möglichen „Dingen“ die „wichtig“ waren. Am Mittwoch fand ich eine Internet-Seite vom „Team Freiheit“ irgendeines humanistischen Verbandes. Dieser bringt das lateinische Wort „humanus“ ins Spiel. Es bedeutet „menschlich, menschenfreundlich, gebildet, kultiviert“. Das lateinische Wort „humanitas“ bedeutet „Menschlichkeit.“ Klingt gut! Doch beim weiteren Lesen und Sehen erfahre ich, dass die Abkehr vom theozentrischen Weltbild längst vollzogen ist, dass Gott mit dem Mittelpunkt meines Lebens gar nichts zu tun hat, dass ich als Christ noch im Mittelalter lebe und dass ich als Christ gar nicht „cool“ bin. Summa summarum klingt das gar nicht nach Freundlichkeit und Toleranz! Jetzt lese ich den Satz des Evangelisten Markus im Evangelium vom Sonntag: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Ein Satz der unendlichen Perspektiven! Ich kann die Wochentage unterbrechen, ich kann das Wochenende unterbrechen, ich kann „IHN“ in der Kirche finden, ich kann „IHM“ die ganze Woche folgen, ich kann mit meinem Glauben richtig Mensch werden, eben ein „homo“. „Dum spiro, spero!“ schrieb vor fast 2000 Jahren Cicero: „Solange ich atme, hoffe ich!“, auf eine lebendige Begegnung mit „IHM“.

Ich wünsche Ihnen allen eine ganz normale Woche, mit vielen unnormalen Bekehrungen!