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| 01:04 Uhr

Katzenbaby-Mord ist eine Straftat

OSL-Kreis.. „Was ich mit meinem Haustier mache, ist allein mein Problem.“ Fehlanzeige. Leute, die so argumentieren, sind auf dem Holzweg. Klare Gesetze und Regeln bestimmen das Verhältnis vom Mensch zum Tier. Wer sie nicht beherzigt, macht sich strafbar, betont Ehrfried Kretzschmar, der stellvertretende Amtstierarzt des Oberspreewald-Lausitz-Kreises. Von Jana Wieduwilt

„Seit dem 1. August 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert“ , erklärt er. Mit dieser ausdrücklichen Festlegung habe der Schutz von Tieren - nicht nur, aber auch der von Haustieren - einen erheblich höheren Stellenwert als zuvor bekommen.
„Haustiere sind selbstverständlich artgerecht zu halten“ , schickt
Kretzschmar voraus. Und: „Ihnen darf kein Schmerz zugefügt werden.“ Wohl wissend, dass es landläufig üblich ist, den Wurf der Katzenmutter zu minimieren, stellt der Veterinär fest: „Das Töten von Tieren ist ganz klar ein Straftat-Bestand, der den Staatsanwalt auf den Plan ruft und zu ahnden ist.“
Er rät aufmerksamen Bürgern nach dem Feststellen von nicht artgerechter Tierhaltung, den Halter zunächst sachlich darauf aufmerksam zu machen. Dann kann der örtliche Tierschutzverein eingeschaltet werden. Wenn Ermahnungen nicht fruchten, ist das Veterinäramt zu informieren.
Zum Umgang mit tierischen Mitbewohnern kann man sich in jeder Menge Papier schlau machen. Übergeordnet gilt in Brandenburg das Tierschutzgesetz. Es ist untersetzt durch die Tierschutz-Hundeverordnung. Darin ist beispielsweise genau aufgeführt, wie viel Platz ein großer Hund benötigt, welchen Auslauf und welche Lebensbedingungen für ihn wichtig sind. Für den „canis lupus familiares“ , so die lateinische Bezeichnung des häufigen Begleiters auf vier Pfoten, gibt es übrigens die meisten Regelungen.
In der Hundehalter-Verordnung ist festgelegt, dass ein Hund, der eine Rückenhöhe von mehr als 40 Zentimetern und ein Gewicht von mehr als 20 Kilogramm hat, beim örtlichen Ordnungeamt angemeldet werden muss. Damit nennt die amtierende Leiterin der Behörde des Landkreises, Marion Nowak, nur einen der harten Fakten aus dem Paragrafen-Werk. Die Städte und Gemeinden haben dann genau geregelt, welche Verstöße gegen die Ordnungsvorschriften wie geahndet werden.
Bekannt ist: Für Hunde sind Steuern zu entrichten. Der jährliche Betrag wird von den Komunen festgelegt und schwankt von 46 Euro je Tier unabhängig von der Anzahl Hunde pro Haushalt in Lauchhammer bis hin zu eine Staffelung von 31 Euro für den ersten, bis 81 Euro für mehr als zwei Hunde je Haushalt in Senftenberg.
In der Summe inbegriffen ist aber keineswegs die Entsorgung von Hinterlassenschaften auf Gehwegen und Grünanlagen. Der Hundebesitzer ist für alles, was sein Tier verschmutzt, beschädigt und zerstört, verantwortlich. Also auch dafür, das „Häufchen“ des Vierbeiners.
Wenn ein offensichtlich herrenloses Tier gefunden wird, ist das Ordnungsamt der Gemeinde, in deren Territorium es aufgefunden wurde, zuständig. Außerhalb der Öffnungszeiten sollte die Polizei verständigt werden, rät Marion Nowak.
Nicht nur zu Lebzeiten, sondern auch im Todesfall wollen die meisten Bürger ihr geliebtes Tier in der Nähe haben. Ein Heimtier - also keines, das zum Verzehr gehalten wird - darf auf dem eigenen Grundstück begraben werden, klärt Tierarzt Ehrhard Kretzschmar über die schwierige Rechtslage auf. Nur für Tiere, die in die Pfanne kommen können - wie etwa Kaninchen - besteht die Pflicht zur Tierkörperbeseitigung, wenn sie nicht für den Verzehr verwendet werden.

Zum Thema Zuständigkeiten
 Fundtiere: Ordnungsamt der Kommune
Tierhaltung: Veterinäramt
Seuchenschutz: Veterinäramt
Hundesteuer: Kämmereien
Hunde-Anmeldung: Ordnungsämter
Exotische Tiere: Landesumweltamt
Im Notfall: örtliche Polizeidienststelle