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Katholische Kirche freut sich über eine Orgel

Schwarzheide.. Seit 1954 befindet sich die Katholische Kirche in der Otto-Nuschke-Straße – die ganze Zeit über ohne eine eigene Orgel. Erst 53 Jahre nach der Kirchweihe war es dem Pfarrer Christian Pabel gelungen, eine, wenn auch nicht neue Orgel für den Kirchenraum aufzutreiben. Mirko Sattler


Früher wurde der Gottesdienst in diesem Haus von einem Harmonium begleitet. Bei diesem Tasteninstrument werden die Töne durch unterschiedlich lange Durchschlagzungen erzeugt, die sich von Luft umströmt in Schwingung setzen. Die Zungen des Harmoniums produzieren im Gegensatz zur Orgel mehr unharmonische Obertöne, wodurch ein unreiner Klang entsteht.
Am Sonntag wurde die neue Orgel vom Diözesanadministrator Hubertus Zomack vom Erzbistum Görlitz in einem Festgottesdienst gesegnet. Im Volksmund spricht man auch von Weihe. Das neue Musikinstrument stammt aus einem Pfarrhaushalt aus Lehrte bei Hannover. Die Besitzerin, die Pfarrhaushälterin Hildegard Ernst, hatte das Instrument von ihrem verstorbenen Pfarrer geerbt. Aus Altersgründen musste die Rentnerin ihr Häuschen mit samt der Orgel aufgeben. Ihr war aber sehr daran gelegen, dass das Instrument in eine Kirche gelangt. Aus diesem Grund hat sie die Orgel der Gemeinde in Schwarzheide für 13 000 Euro überlassen, erzählte Pfarrer Pabel während seiner Kirchweihe.
29 000 Euro kosteten Umbau, Demontage, Transport und
Montage. Das Geld stammte ausschließlich aus Spenden, teils von größeren Firmen der Region. Bis auf einen Restbetrag von 2000 Euro stand die erforderliche Summe schon vor dem beabsichtigten Kauf.
In seiner kurzen Ansprache ging Volker Knabe, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide, auf die vielen Gespräche zwischen ihm und Pfarrer Pabel ein. „Für uns ist es nicht alltäglich, sich für ein Gotteshaus zu engagieren“ , sagte Knabe. Doch sei die Kirche ein stabilisierendes Element in der derzeitigen Wertediskussion. „Um das Thema Orgel abzuschließen“ , so der Vorsitzende während des Festgottesdienstes, „übernehme ich den restlichen Spendenbetrag.“ Damit bezahlte das Chemie-Unternehmen in Schwarzheide gut ein Drittel der erforderlichen Summe.
Da die Orgel ursprünglich nicht für den Kirchengebrauch gebaut wurde, hatte sie nur eine geringe Lautstärke. Um den Klang zu verbessern waren größere Änderungen am Instrument nötig. Eine Firma aus Bad Liebenwerda übernahm diese Umbaumaßnahmen und brachte gleichzeitig auf beiden Seiten neue Pfeifen an.
„Wir sind erleichtert, dass der Umbau gelungen ist, die Orgel optisch noch besser zu unserem Kirchenraum passt und vor allem akustisch nun ihrer zugedachten Aufgabe gerecht werden kann“ , freute sich Pfarrer Christian Pabel.